Automotive-Branche im Umbruch – Neue Studie zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der saarländischen Automobilwirtschaft

22. Februar 2017


Die Automobilindustrie, mit über 40.000 Beschäftigten tragende Säule der saarländischen Wirtschaft, steht vor großen technologischen und geopolitischen Herausforderungen. Neue Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung, Digitalisierung, Automatisierung sowie Vernetzung als Megatrends bedeuten für die Automobilindustrie in ihrer gesamten Breite langfristig neue Geschäftsfelder und -modelle mit ebenfalls sich verändernden Rahmenbedingungen. Große Aufgaben ergeben sich für die Unternehmen der saarländischen Automobilwirtschaft aber auch in Bezug auf die Auswirkungen des Brexit und der sich abzeichnenden Trendwende bei der US-Amerikanischen Handelspolitik. „Die Automobilwirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Dabei wird die Landesregierung der Auto-Branche unterstützend zur Seite stehen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wo Chancen- und wo Risikopotenziale stecken und mit welchen Instrumenten das Land diese Veränderungen aktiv begleiten kann“, so Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die im Rahmen der Innova-tionsstrategie des Landes diese Strukturstudie angestoßen hat.

 

Bewertung von Chancen und Risiken saarländischer Unternehmen
Die Automobilindustrie steht demzufolge vor sehr komplexen Strategie- und Investitionsentscheidungen. Angesichts einer zunehmenden Unsicherheit und widersprüchlicher Zukunftserwartungen lässt die Landesregierung daher eine Analyse zur Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Automobilindustrie sowie ihrer wirtschafts- und strukturpolitischen Handlungsmöglichkeiten erarbeiten. Betraut mit dieser Strukturstudie ist das Branchennetzwerk automotive.saar-land, das dazu in den nächsten Monaten gemeinsam mit IW Consult GmbH, einer Tochter des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, und dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) intensiv in den Automobilunternehmen im Saarland recherchieren wird. Ziel ist es, Chancen und Risiken für die saarländische Automobilindustrie vor dem Hintergrund neuer Technologien zu identifizieren, zukünftige Anpassungsoptionen auszuloten und Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft abzuleiten.

 

Globale Trends und saarländische Kompetenzen
Innovativ sind nicht nur die Fragestellungen, sondern auch die methodische Vorgehensweise bei der Erstellung der Strukturstudie: „Wir wollen wissen, welche Chancen und welche Risiken sich für uns konkret aus dem Trend zur Elektromobilität sowie aus neuen Mobilitätskonzepten ergeben. Ausgehend vom heutigen, globalen PKW-Markt werden dazu wahrscheinliche Trendszenarien für die Automobilindustrie entwickelt“, so Dr. Pascal Strobel, Leiter von automotive.saarland dazu. „Auf dieser Basis wird auf die zukünftigen Bedarfe (Komponenten, Teile, Dienstleistungen, Kompetenzen) geschlossen und anhand der Marktpreise ein potenzielles Umsatzvolumen für den saarländischen Automobilmarkt im Jahr 2030 ermittelt.

 

Einbindung von Experten und Beteiligung saarländischer Entscheider
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Studie ist, dass zwischen globalen Megatrends und der technologischen Entwicklung einerseits sowie dem Status Quo und der Entwicklung der Kernkompetenz im Saarland andererseits ein enger Zusammenhang hergestellt wird. Die Studie fokussiert deshalb auch die enge Zusammenarbeit mit den entscheidenden Führungskräften im Land. Rund 70 Interviews mit Entscheidern saarländischer Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Führungsverantwortlichen von Konzernen, die im Land eine Niederlassung haben, sind vorgesehen. Dazu gehören Dr. Hermann Becker, Leiter des Standorts Saarbrücken, ZF Friedrichshafen AG, und Marc Hundsdorf, Geschäftsführer der HTP Investments Neue Halberg Guss in Saarbrücken. Marc Hundsdorf sagt dazu: "Die Zukunft wird neue Marktfelder bringen, auf die wir uns heute bestmöglich vorbereiten müssen. Es gilt, auf einer belastbaren Informationsbasis, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und daraus Strategien für den künftigen Unternehmenserfolg zu entwickeln." Auch die Produktivität spielt eine entscheidende Rolle: „Industrie 4.0 und Digitalisierung in der Produktion sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie als Wertgestaltungszentrum. Entscheidende Erfolgsfaktoren sind dabei höhere Effizienz und Flexibilität“, so Dr. Hermann Becker.


Weitere Informationen:

saaris
saarland.innovation&standort e. V.
Dr. Pascal Strobel
Tel.: 0681 9520-492
E-Mail: pascal.strobel@saaris.de
www.automotive.Saarland

 

 

Veröffentlicht in der Saarbrücker Zeitung am 23. Februar 2017

 

Veröffentlicht im Saarländischen Rundfunk am 22. Februar 2017 (ab Minute 11)