Zentrum für Produktionstechnik/Industrie 4.0 in Saarbrücken

12. Oktober 2015


Das „Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ (DFKI) und das „Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik“ (ZeMA) haben soeben den Startschuss für das Zentrum für Produktionstechnologien in Saarbrücken gegeben. „Power4Production“ (P4P) wird Ansprechpartner für die saarländische Wirtschaft.

Im Mittelpunkt des Zentrums „Power4Production“ (P4P) steht die intelligente Vernetzung von Produkten und Produktionsumgebungen der industriellen Wertschöpfung. Dabei geht es im ersten Schritt um Themen wie direkte Kommunikation zwischen Werkstück und Maschine und um die Mensch-Roboter-Kommunikation (MRK) in Verbindung mit sogenannten Cyber-Physischen-Produktionssystemen. Dazu kommen Fragestellungen rund um Themen wie robuste Netze, Cloud-Computing und Energieeffizienz in der Produktion. Das neue Zentrum P4P soll den Unternehmen dementsprechende Hilfestellungen bieten und in die Zukunft gerichtete Vorarbeiten für den Standort Saarland leisten.

Die wissenschaftliche Arbeit am Zentrum soll einen aktiven Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der saarländischen Industrie leisten. Das DFKI und das ZeMA ergänzen sich in idealer Weise in ihren Kompetenzen aus Informatik, Künstlicher Intelligenz und Ingenieurwissenschaften.


Mitarbeiter der beiden Institute werden gemeinsam am Standort des ZeMA in Saarbrücken für P4P arbeiten. Die Staatskanzlei und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr sehen in dem neuen Zentrum einen wichtigen Beitrag, um den Forschungsstandort Saarland weiter zu stärken und zu profilieren.
 

„Wenn sich zwei so leistungsfähige Partner wie das DFKI und das ZeMA, die wir seit Jahren aktiv begleiten und unterstützen, zusammen tun und ihre nachweislich überragenden Kompetenzen bündeln, wird auch das Ergebnis des Zusammenschlusses überzeugen“, so Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. „Ich bin mir sicher, dass mit dem Kompetenzzentrum Power4Production (P4P) ein aktiver Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Saarland geleistet und somit ein wichtiger Impuls zur Entwicklung unseres Bundeslandes erbracht werden kann. Hier wird die Brücke geschlagen von der Forschung in die Industrie.“


Sie sehe Industrie 4.0 als „echtes Zukunftsthema unseres Landes“, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Die zunehmende Digitalisierung der Produktion gebe auch den kleinen und mittleren Unternehmen neue Möglichkeiten: „Das gilt vor allem für den Maschinen- und Anlagenbau, für Elektrotechnik und Automobilwirtschaft, die im Saarland stark vertreten sind. Industrie 4.0 kann auf diesen Gebieten einen echten Wachstumsschub auslösen, sowohl durch besseren Ressourceneinsatz als auch durch eine noch stärkere Kundenorientierung durch kleine Losgrößen und individuelle Produktgestaltung.“ 

Das Kompetenzzentrum Power4Production werde dabei helfen, der mittelständischen Wirtschaft den Zugang zur Digitalisierung zu erleichtern. Es sei somit „ein Herzstück unserer industriepolitischen Strategie und damit auch ein Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit“. Rehlinger: „ZeMA und DFKI werden ihre Erfahrung einbringen, um nah an der betrieblichen Praxis Problemlösungen für die Produktion zu finden. Fort- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter und Führungskräfte aus Unternehmen können dafür sorgen, für Industrie 4.0 im Saarland die notwendige breite Basis zu schaffen.“


Das neue Zentrum wird durch die Professoren Müller und Wahlster gleichberechtigt geleitet. Die Schwerpunkte werden neben der Forschung im Themengebiet Industrie 4.0 der Aufbau eines Unternehmensnetzwerks sein, welches aktuelle Herausforderungen aus der betrieblichen Praxis bearbeitet. Ergänzt werden soll das Leistungsspektrum von P4P durch Fort- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter und Führungskräfte aus Unternehmen. 


Über das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI)

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) mit den Standorten Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen (mit Außenstelle Osnabrück) und einem Projektbüro in Berlin ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien die führende Forschungseinrichtung in Deutschland. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten "Centers of Excellence" und ist derzeit gemessen an Mitarbeiterzahl und Drittmittelvolumen das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und deren Anwendungen. Das Finanzierungsvolumen lag 2014 bei 38,4 Millionen Euro. DFKI-Projekte adressieren das gesamte Spektrum von der anwendungsorientierten Grundlagenforschung bis zur markt- und kundenorientierten Entwicklung von Produktfunktionen. Aktuell forschen mehr als 450 Mitarbeiter aus ca. 60 Nationen an innovativen Software-Lösungen mit den inhaltlichen Schwerpunkten Wissensmanagement, Cyber-Physical Systems, Multilinguale Technologien, Planbasierte Robotersteuerung, Robotics Innovation Center, Innovative Retail Laboratory, Institut für Wirtschaftsinformatik, Eingebettete Intelligenz, Intelligente Analytik für Massendaten, Intelligente Netze, Agenten und Simulierte Realität, Erweiterte Realität, Sprachtechnologie, Intelligente Benutzerschnittstellen, Innovative Fabriksysteme. Der Erfolg: über 60 Professoren und Professorinnen aus den eigenen Reihen und mehr als 60 Spin-Off-Unternehmen mit ca. 1.700 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.


Über das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA)

Das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gGmbH (ZeMA gGmbH), gegründet 2009, betreibt in Saarbrücken anwendungsorientierte Forschung und industrienahe Entwicklung im Bereich Mechatronik und Automatisierungstechnik.  Wir arbeiten dabei in enger Kooperation mit unseren Gesellschaftern, der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, zusammen. Die industrielle Digitalisierung, die Optimierung bestehender industrieller Produktionsabläufe und die Gestaltung neuer Verfahren und Prozesse in der Produktion und der Montage sind auch Forschungsschwerpunkte des ZeMA. Dabei ist vor allem die ganzheitliche Betrachtungsweise des ZeMA, ausgehend von Produkt die Prozesse zu analysieren und optimieren und die notwendigen Betriebsmittel zu definieren, von großem Interesse für Unternehmen aus allen Branchen. Das ZeMA hat drei wissenschaftliche Abteilungen: Sensorik und Aktorik, Fertigungsverfahren und -automatisierung und Montageverfahren und -automatisierung.  Aktuell beschäftigt das ZeMA über 90 Mitarbeiter.