Weltweite Herausforderungen als Chance für das Saarland

26. August 2019


Die Wirtschaft befindet sich vor einem tiefgreifenden Wandel. Wir sprachen mit Ministerpräsident Tobias Hans über die besonderen Herausforderungen für das Saarland.

saaris/impuls: Wie sehen Sie die wirtschaftlichen Perspektiven der Saar-Industrie, insbesondere im Bereich Automotive?
Ministerpräsident: Die Automobilbranche steht erneut vor einem Strukturwandel. Der Wettbewerb wird schärfer, neue Antriebstechnologien werden entwickelt. Flexibilität, Geschwindigkeit und Agilität sind von der Wirtschaft gefordert. Forschung und Technologietransfer müssen jetzt zur saarländischen Produktion hinzukommen. Hier wird das Saarland investieren und die Unternehmen fördern. Für diesen anspruchsvollen Weg sind wir bestens gerüstet. Die Strukturen, das Potenzial und die Innovationsstärke des Saarlandes können sich schon heute weltweit sehen lassen. Wenn alle an einem Strang ziehen, haben wir hervorragende Chancen, aus der schwierigen Situation gestärkt herauszukommen.

saaris/impuls: Und die Auswirkungen möglicher Einfuhrrestriktionen?
Ministerpräsident: Die wiederholten Ankündigungen der USA, Importzölle für Automobile und Automobilteile zu verhängen, sowie der noch immer unklare Brexit erschweren die Marktsituation der Branche. Deutsche Autos werden bei einem harten Brexit für britische Konsumenten um einiges teurer. Für EU-Unternehmen erhöhen sich die Kosten durch Zölle, Pfundabwertung, regulatorische Abweichungen und auch Einschränkungen in der grenzüberschreitenden Just-in-Time-Logistik. All das trifft auch das Saarland. Aber: Wir sind gewappnet. saaris hat beispielsweise einen Brexit-Desk als direkte Anlaufstelle für Unternehmen eingerichtet. Das Wirtschaftsministerium hat zudem einen Brexit-Beauftragten benannt und die IHK berät bei speziellen Fragen zum Zoll über Brexit-Lotsen.

saaris/impuls: Wie können die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in unserem Land wettbewerbsfähig bleiben?
Ministerpräsident: Wir stellen den Mittelstand zukünftig noch weiter in den Vordergrund, denn nur ein starker Mittelstand bringt einen Zuwachs an Wirtschaftskraft. Die demographische Entwicklung und der damit verbundene Fachkräftemangel sind im Saarland angekommen. Wir kämpfen beispielsweise mit einer engagierten Familienkultur in den Unternehmen dagegen an. Über 200 Betriebe haben mit ihrer familienfreundlichen Unternehmenskultur Signale gesetzt, die langfristig sicher auch positive Auswirkungen auf Produktivität und Bilanz haben werden.

saaris/impuls: Wie können KMU die technologischen Herausforderungen bewältigen?
Ministerpräsident: Bei den neuen Technologien unterstützt das Land gerade Industrieunternehmen bei der Suche nach starken Partnerschaften. Notwendig sind dafür auch innovative Konzepte für eine neue Gründerkultur im Saarland. Im Automobilbereich schaffen Landesregierung und automotive. saarland Begegnungsplattformen für Forschung und Wirtschaft. Und last not but least: Wir unterstützen die KMU auch mit Beratung, Expertenwissen und finanziell. Die Spezialisten sitzen unter anderem bei saaris.

saaris/impuls: Der digitale Wandel ist in vollem Gange, und gerade KMU stehen vor großen Herausforderungen. Wie kann saaris hier unterstützen?
Ministerpräsident: Aufgabe der Landesregierung ist es, die kleinen und mittelständischen Unternehmen für die Digitalisierung fit zu machen, da sind wir dabei. htw saar und saaris werden hier noch enger zusammenarbeiten. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Saarbrücken mit saaris als Partner unterstützt KMU bei Fragen zum wirtschaftlichen Einsatz der Digitalisierungs- sowie Industrie 4.0-Technologien. saaris ist für mich mit seinen zahlreichen, bedarfsgerechten Angeboten die zentrale „Kümmerer-Einrichtung“ des Landes, wenn es um die Unterstützung der Wirtschaft geht.


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