Weltmarktführer des Niob-Metalls fördert Materialforschung an Saar-Uni

16. April 2018


Niob ist ein weltweit stark nachgefragter Rohstoff, vor allem in der Stahlindustrie. Bei Pipelines etwa sorgt das Metall selbst bei Minustemperaturen dafür, dass der Stahl nicht spröde wird. Im Auto macht es das Stahlskelett steif und gleichzeitig verformbar, um mögliche Crashs abzufedern. Das Metallerz wird vor allem in Brasilien und Kanada aus Vulkangestein gewonnen. Der Weltmarktführer für diesen Rohstoff, die brasilianische Firma CBMM, wird jetzt in einer ersten Phase einen Forscher in der Materialwissenschaft an der Universität des Saarlandes und dem Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS) finanzieren.

 

Mit Hilfe der Atomsonden-Tomographie wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie sich die Niobatome in die Nanostruktur des Stahls einfügen und seine Materialeigenschaften verändern. Niob wird bei der Stahlproduktion in vergleichsweise kleinen Mengen hinzugefügt. „Nur etwa jedes 10.000ste Atom im Stahl besteht aus Niob. Umso erstaunlicher ist die große Wirkung dieser geringen Konzentrationen. Sie machen den Stahl vor allem zäher, so dass er dehnbarer wird, ohne seine Festigkeit zu verlieren. Niob verhindert aber auch, dass Stahl bei Minusgraden spröde wird und plötzlich zerbricht wie Porzellan“, erklärt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes. Dies spielt vor allem bei Öl- und Gas-Pipelines eine Rolle, die bei arktischen Temperaturen verlegt werden. In der Automobilindustrie setzt man auf Niobzugaben im Stahl, da nur so die Stahlkonstruktion in der Karosserie ausreichend Energie absorbieren kann und bei einem Unfall die Fahrgastzelle schützt. „Niob wird aber unter anderem auch in Supraleitern eingesetzt, weil Verbindungen aus Niob bei tiefen Temperaturen den Strom verlustfrei leiten können“, erläutert Frank Mücklich, der in Saarbrücken auch das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS) leitet.

 

Die Forschungsarbeiten sollen nicht nur dazu dienen, die Mechanismen im Stahl genauer zu verstehen, sondern sollen auch dabei helfen, die Produktionsprozesse noch besser zu steuern.

 

 

(Quelle: http://idw-online.de/de/news690209)