Warum ist Arbeitsschutz wichtig?

9. November 2015


Gesunde Mitarbeiter sind die Basis für unternehmerischen Erfolg. Vor allem auch im Hinblick auf die hohen Anforderungen des Zukunftsfeldes Industrie 4.0. Die 1. Arbeitsschutzkonferenz, organisiert vom Bündnis für Arbeits- und Gesundheitsschutz unter Federführung der IHK Saarland, gab Unternehmen dabei wertvolle Hilfestellungen. 300 Gäste waren der Einladung gefolgt. saar.is war als Aussteller mit dabei. Immer ganz nah und unterstützend an den Unternehmen dran.

 

Welchen betriebswirtschaftlichen Nutzen erzielen Unternehmen, die in gesunde und zukunftssichere Arbeitsplätze investieren? Und wie können insbesondere KMU unterstützt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der „1. Arbeitsschutzkonferenz Saar – Gesund und sicher arbeiten im Saarland“ in der Congresshalle Saarbrücken. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Besucher informieren und wertvolle Kontakte knüpfen. Wir sprachen am Rande der Konferenz mit dem saarländischen Minister für Umwelt und Verbraucherschutz Reinhold Jost sowie dem Arbeitsschutzexperten Professor Mathias Bauer.

 

FRAGEN AN UMWELTMINISTER JOST

 

Das Thema Industrie 4.0. ist in aller Munde. Was müssen Unternehmen bei der Umsetzung neuer Arbeitsschutzmaßnahmen berücksichtigen?

Es bedarf im Grunde keiner neuen Instrumente. Die Gefährdungsbeurteilung ist bei konsequenter Anwendung ein sehr wirkungsvolles Instrument. Sie muss bei jeder Neuerung im Hinblick auf gesundheitliche Risiken aktualisiert werden und die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz müssen entsprechend angepasst werden.

 

saar.is unterstützt gemeinsam mit Ihrem Ministerium Unternehmen bei diesem Wandel, z. B. mit Veranstaltungen zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Welche weiteren Unterstützungsmaßnahmen würden Sie sich wünschen?

Für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wären spezielle bedarfsgerechte Hilfestellungen für die Erarbeitung von rechtskonformen Gefährdungsbeurteilungen sinnvoll. Das Bündnis für Arbeits- und GesundheitsschutzSaar sowie die Krankenkassen, die sich zur Umsetzung des Präventionsgesetzes in der Arbeitswelt den Zielen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie angeschlossen haben, stehen als Kooperationspartner zur Verfügung. 

 

Inwieweit profitieren Unternehmen von Zusatzaufwendungen im Bereich des Arbeitsschutzes?

Mittel- und langfristig bringt jeder eingesetzte Euro mindestens einen dreifachen Nutzen. Das gilt auch für KMU. Arbeitszufriedenheit, störungsfreie Arbeitsabläufe, funktionierende Kommunikation, gute Führung, Mitarbeiterbeteiligung, wirkungsvolle Wiedereingliederung, aktive Gesundheitsförderung – alles das bietet Arbeitsschutz mit System. Beim Wettbewerb um Fachkräfte wird schon sehr bald die dadurch gesteigerte Arbeitgeberattraktivität eine wichtige Rolle spielen.

 

FRAGEN AN PROFESSOR BAUER

 

Das Thema Industrie 4.0 macht vielen Arbeitnehmern Angst. Welche Möglichkeiten sehen sie, diese Ängste zu nehmen?

Unternehmen und Menschen sind in immer kürzerer Zeit mit umfangreichen Veränderungen konfrontiert. Was wir dringend brauchen, ist die Beteiligung der Mitarbeiter. Sie müssen das Gefühl erhalten, selbst Einfluss zu haben und gestalten zu können.

 

Wie sieht eine ideale Sicherheitskultur Ihrer Meinung nach aus?

Wir brauchen eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung, die den Arbeitnehmern mehr Wertschätzung gibt und Hierarchien öffnet. Präventive Schutzmaßnahmen müssen ein viel stärkeres Gewicht erhalten. Dazu gehören Antworten auf Fragen, wie wir der zunehmenden Aufhebung von Grenzen zwischen Arbeitswelt, Gesellschaft und Privatsphäre begegnen.

 

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Arbeitsschutz. Welche Hürden müssen hier genommen werden?

Die Vorteile des integrierten Arbeits- und Gesundheitsschutzes gilt es in die Betriebe zu tragen und durch aktives Tun und  nicht nur durch Reden zu beweisen.

 

Kontakt:

Dr. Thomas Siemer

Innovationen / Technologietransfer

Tel.: 0681 9520-459

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: thomas.siemer(at)saar-is.de