Von den Panama Papers zum eigenen Nachrichtendienst fürs Unternehmen

24. Oktober 2016


Im April 2016 veröffentlichen weltweit über hundert Zeitungen, Fernsehstationen und Online-Medien neue Erkenntnisse zu Steuervermeidung und Steuerhinterziehung. Sie basieren auf den „Panama Papers“, einer Datenmenge, die 2,6 Terabyte an Informationen und 11,5 Millionen Dokumente umfasst. 2015 hatte man diese der Süddeutschen Zeitung zugespielt, eine internationale Journalistengruppe wertete sie über ein Jahr hinweg aus. Nun haben Informatiker der Max-Planck-Ausgründung „Ambiverse“ die Daten in nur wenigen Stunden mit einer neuartigen Software analysiert und dabei neue Resultate erhalten. Eigentlich soll die Software Unternehmen helfen, große Textmengen automatisch zu analysieren.

 

Die Software ist unter anderem deswegen so stark, weil sie nicht nur nach einem Begriff sucht, sondern beispielsweise bei der Suche nach „Angela Merkel“ auch Texte findet, in denen die Bundeskanzlerin lediglich „Angie“ oder „CDU-Chefin“ genannt wird. Gleichzeitig verwirft das Programm alle Dokumente, die sich auf den bekannten Fußballtrainer mit gleichem Nachnamen beziehen. So können Unternehmen Personen, Orte und Produkte in großen Textmengen finden, selbst wenn dies durch mehrdeutige Begriffe oder Abkürzungen erschwert wird. Die Kategoriensuche ermöglicht es sogar, nach „Finanzunternehmen“ oder „Fußballern“ zu recherchieren, ohne diese genauer spezifizieren zu müssen. Zusätzlich lässt sich die Software neben deutschen und englischen Texten, auch auf spanische und chinesische anwenden. Möglich macht dies eine am Max-Planck-Institut für Informatik entwickelte Wissensdatenbank, die sich ihr Wissen unter anderem mit Hilfe der Online-Enzyklopädie Wikipedia erarbeitet. Mit ihrem Geschäftsplan haben die Gründer von Ambiverse soeben den überregionalen Businessplanwettbewerb „1,2,3, GO“ gewonnen.

 

Weitere Informationen auf http://idw-online.de/de/news660809.