Universitätspräsident Volker Linneweber: Hochschulmanager des Jahres

28. November 2016


Volker Linneweber, Präsident der Universität des Saarlandes, wurde am 21. November zum „Hochschulmanager des Jahres 2016“ gekürt. Diese Auszeichnung vergeben das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und die Wochenzeitung „Die Zeit“ jedes Jahr an einen Rektor oder Präsident der bundesdeutschen Hochschulen. In „Die Zeit“ wird Uni-Präsident Linneweber ausführlich porträtiert. Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE, wird dort wie folgt zitiert: „Er hat es geschafft, seine Universität durch eine finanzielle Krise zu führen und umzubauen, während gleichzeitig die Drittmitteleinwerbungen steigen. Das ist eine tolle Leistung“.

 

Für die Auszeichnung haben die Organisatoren in mehreren Stufen sechs Finalisten ermittelt. Dafür wurden unter anderem Daten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem CHE Hochschulranking über die einzelnen Hochschulen ausgewertet. Diese ließen Rückschlüsse auf die Entwicklungsstärke der Hochschulen zu. Die Universität des Saarlandes schnitt dabei unter allen betrachteten Hochschulen durch ihren hohen Zuwachs an Leistungsdaten im Untersuchungszeitraum am besten ab. „Diese äußerst positive Entwicklung in den vergangenen Jahren ist dem hohen Engagement vieler Wissenschaftler zu verdanken, die für die exzellente Forschung an der Saar-Uni stehen“, betont Universitätspräsident Volker Linneweber. Sie seien die Basis für viele strategische Entscheidungen des Präsidiums gewesen, etwa, wenn es um die Frage ging, wie man auch als mittelgroße Universität im nationalen und internationalen Wettbewerb um Drittmittel und die klügsten Köpfe mithalten kann.

 

Auf der Basis diese Datenlage hatte das Centrum für Hochschulentwicklung Kandidaten unter den Hochschulrektoren und –präsidenten ausgewählt, die zu ihrem Führungsverständnis und zu verschiedenen Führungsaktivitäten befragt wurden. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf ihrem Beitrag zur strategischen Entwicklung der Hochschule. Auch mit den jeweiligen Vizerektoren und Vizepräsidenten sowie die Hochschulratsvorsitzenden wurden über die Führungsleistung ihrer Hochschulleitungen gesprochen.

 

Der Sozialpsychologe Volker Linneweber ist seit 2006 Präsident der Universität des Saarlandes, die er zwanzig Jahre zuvor schon als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitand kennengelernt hat. Er studierte Erziehungswissenschaft und Psychologie. "Mein fachlicher Hintergrund prägt mein Führungsverständnis", beschreibt Linneweber selbst seinen Stil. Besonders in der Antizipation von Kontroversen und Konflikten liegt seiner Meinung nach eine Stärke, wenn über unterschiedliche Fachkulturen hinweg ein Konsens und Zusammenhalt erreicht werden soll. Sein Präsidium versteht er als "Scharnier zwischen inneruniversitären Struktureinheiten und Universitätsrat".

 

Wie das CHE in seiner Pressemitteilung zur Nominierung schreibt, musste die Saar-Uni während der letzten Jahre einschneidende Sparauflagen konstruktiv umsetzen. „Linneweber war es wichtig, in dieser Phase gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit immer wieder vehement auf die negativen Konsequenzen haushaltsbedingter Einschnitte hinzuweisen. Nach innen signalisierte er bestimmt, dass differenzierte Maßnahmen unabdingbar sind, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten“, so das CHE. Er sei bei der nötigen Umorientierung jedoch nicht nach dem "Rasenmäherprinzip" vorgegangen, sondern gestaltete gemeinsam mit den Gremien eine strategisch begründete Restrukturierung. "Linneweber kann Konflikten zwischen Land und Universität, auch innerhalb einer Universität durchaus etwas Positives abgewinnen: Er betrachtet sie als Movens universitärer Entwicklung", so die Einschätzung der Jury. "Er hat es geschafft, seine Uni und sein Präsidium strategiefähig zu halten und trotz der schwierigen Empfehlungen des Wissenschaftsrates und der Einsparpolitik eine stabile Weiterentwicklung im Konsens innerhalb der Hochschule zu initiieren", lobt die Jury.

 

Weitere Informationen auf http://www.che.de/cms/?getObject=1172&getLang=de.