The Silicon Valley Experience: Fanomena als Start-up-Vorreiter vor Ort

18. Februar 2019


Für die IT-Branche ist das Silicon Valley nach wie vor einer der spannendsten Orte der Welt. Nicht umsonst haben dort fast alle großen IT-Unternehmen, darunter Google, Apple und Facebook, ihren Hauptsitz. Eine Präsenz dort kann beim Schritt auf den amerikanischen und damit auf den Weltmarkt enorm voranbringen.

 

Die Fanomena GmbH, ein Saarbrücker Start-up, das Softwarelösungen für Events entwickelt, erhielt diese Chance. Für ihr Produkt „eventbaxx“, ein digitaler Goodie Bag, sehen sie vor allem im nordamerikanischen Multimilliardenmarkt, von Kanada über die USA bis nach Mexiko, ein extrem großes Potenzial.

 

Co-Founder Marc Grewenig erhielt eine Einladung in den „Startbootcamp“ Accelerator Palo Alto. Ermöglicht wurde sein dreimonatiger Aufenthalt im Rahmen eines Pilotprojektes zur Internationalisierung saarländischer Start-ups der Tech-Szene auch vom saarländischen Wirtschaftsministerium.

 

Die Bilanz der drei Monate fällt aus Sicht von Grewenig und dem Ministerium – Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger besuchte ihn in Begleitung von saaris-Geschäftsführer Stephan Schweitzer während einer USA-Reise im Silicon Valley – ausgesprochen positiv aus. Natürlich knüpfte er viele neue Kontakte. Das Erfahrungswissen aus den drei Monaten ist quasi unbezahlbar. Zudem hat Fanomena sich und anderen beweisen können, dass Produkt und Entwicklungsstand weltmarktfähig sind. Insbesondere wurde aber tatsächlich „auf der anderen Seite des großen Teiches“ eine neue Kundenbasis aufgebaut.

 

Im Accelerator eingebunden zu sein, war mit erfolgsentscheidend. Hier wurden, gecoacht und im Austausch mit anderen europäischen Start-ups, hochrangige Kontakte zu namhaften Firmen, Kunden und Investoren im Valley vermittelt.

 

Eins ist jedoch klar geworden: Drei Monate sind zu kurz, um vor Ort wirklich Fuß zu fassen. „Um alle Chancen für langfristige Geschäftsbeziehungen und einen nachhaltigen Markteinstieg zu nutzen, sind mindestens sechs, besser zwölf Monate, nötig“, so Grewenigs Fazit. Allein der Zeitunterschied, zwischen Saarbrücken und San Francisco immerhin neun Stunden, ist eine echte Herausforderung für Kundenkontakt und Support. Trotzdem konnte er einen hohen fünfstelligen Betrag umsetzen.

 

Aber nicht nur die Zeitzone macht den Unterschied. „Das Mindset ist im Silicon Valley völlig anders. Dort wird von den Start-ups kein unmittelbares Outcome erwartet. Wichtig sind eine gute Idee, ein gutes Team und vor allem ein klares Ziel. Dann wird auch schnell viel Geld investiert.“ Der Fokus liege klar auf Marktdominanz und Wachstum, weniger auf sofortigem Umsatz – ein klarer Mentalitätsunterschied zu Deutschland.

 

Von dieser und weiteren Erkenntnissen wird er nun bei der Entwicklung seines Unternehmens profitieren. Grewenig wünscht sich deshalb, dass auch andere saarländische Start-ups diese Chance bekommen. Am besten ebenfalls in einem Co-Working-Space, der nicht nur Räume vermietet, sondern aktiver Accelerator ist. Egal ob bei der Suche nach Kunden, Investoren oder bei der Produktentwicklung: Start-ups – insbesondere im Tech-Bereich – können nicht früh genug mit ihrer Internationalisierung beginnen. Umso besser, wenn sie dabei auch noch Support an ihrem Heimatstandort bekommen. Denn das stärkt nicht nur die Entwicklung des einzelnen Start-ups, sondern hat einen Mehrwert für die Gründerlandschaft des Standortes insgesamt – gerade im kleinen Saarland. Mit den Erkenntnissen, Erfahrungen und Ratschlägen aus Grewenigs Pilotprojekt entwickeln Wirtschaftsministerium und saaris jetzt ein Programm, das weitere saarländische Start-ups in die USA bringt, um neue Chancen, neue Finanzierungsmöglichkeiten, neue Arbeitsplätze und die internationale Zusammenarbeit von Start-ups und Standort zu fördern.


Ansprechpartner

Stephan Schweitzer

Geschäftsführer saaris e.V.

Tel.: 0681 9520-498

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: stephan.schweitzer@saaris.de

v.l. Fanomena-Co-Founder Marc Grewenig mit saaris-Geschäftsführer Stephan Schweitzer