Softskills: Ein Muss in der Arbeitswelt 4.0

Mit dem Wiedereinstieg ins Berufsleben nach Elternzeit und Pflege bringen Mitarbeiter ganz neue Kompetenzen mit in den Betrieb. Für die moderne Arbeitswelt sind diese ein Muss. Das wurde auch im Workshop der saaris-Servicestelle „Arbeiten und Leben im Saarland“ zum Thema überfachliche Kompetenzen und Kompetenzentransfer deutlich.

 

6. November 2019


Organisations-, Entscheidungs-und Konfliktfähigkeit, Ausdauer, Belastbarkeit, Flexibilität, Kreativität, Kommunikation, Verantwortung – dies sind Kompetenzen, die man als Eltern, als Pflegende oder in vielen Ehrenämtern lernt. „Alles Eigenschaften, die auch in der Arbeitswelt 4.0 Voraussetzung für ein Unternehmen sind, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben,“ weiß Heike Rosenberg, Leiterin des saaris-Workshops. Das Thema und auch die Methode stünden noch in den Kinderschuhen, so die erfahrene Personalberaterin, seien aber stark im Kommen.

 

Zusammenarbeit, schnelle Anpassungsgabe an neue Situationen, lebenslanges Lernen und damit auch die Entwicklung der geforderten Kompetenzen oder Softskills sind zukünftig neben Fachlichkeit ein absolutes Muss: „Unternehmen, die sich nicht anpassen können oder wollen, werden schnell vom Markt verschwinden,“ ist sich Heike Rosenberg sicher. Das bestätigen auch Studien, die technologische, soziale und emotionale Fähigkeiten für essentiell in der neuen Arbeitswelt halten. Bei diesen Kompetenzen handelt es sich um solche, die im Privaten, mit Kindern, mit zu pflegenden Angehörigen oder im Ehrenamt erworben werden können. So bekräftigen 83 % der Eltern, diese Art von Fähigkeiten erworben zu haben. Die andere Seite: Nur 50 % können sie auch wirklich im Unternehmen einsetzen.

 

Win-Win-Situation für Betrieb und Mitarbeiter

Das wird sich ändern. Die saaris-Servicestelle hat die derzeitige Situation auf dem Markt erkannt und unterstützt Führungskräfte von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) dabei, Kompetenzen von Beschäftigten zu nutzen und zu erkennen, warum sich dieses Verfahren für sie rechnet. In der Praxis kann dies so aussehen: „In einem Gespräch oder Seminar erarbeiten Mitarbeiter und Personalverantwortliche vor dem Wiedereinstieg in den Beruf die neu erworbenen Kompetenzen. Neue oder erweiterte Einsatzmöglichkeiten am Arbeitsplatz können identifiziert werden,“ so Heike Rosenberg, die bei der IKK Südwest diese Methode entwickelte. Häufig entstünden so Win-Win-Situationen für Betrieb und Mitarbeiter: „Eine Frau, die Angehörige gepflegt und Kinder erzogen hat, kann sicher gut mit schwierigen Kunden umgehen, die besonders viel Geduld und Aufmerksamkeit erwarten.“ Die Methode biete Vorteile, denn viele Mitarbeiter seien sich gar nicht darüber im Klaren, wie wichtig die neuen Kompetenzen, die an privaten Lernorten erworben werden, für den betrieblichen Alltag sind.

 

Stimmen der Teilnehmer

Die Teilnehmer des saaris-Workshops, alles Personalmitarbeiter saarländischer Unternehmen, nahmen zahlreiche neue Eindrücke mit. „Das Thema eignet sich gut, um sich in Zeiten des Fachkräftemangels von anderen Unternehmen abzuheben. Es wäre sicher ein interessanter Ansatz, offensiv mit Kompetenzen aus nicht betrieblichen Lernorten zu werben,“ so Michael Gillenberg von der Sparkasse Merzig-Wadern. Kristin König vom Knappschaftsklinikum Saar GmbH findet es sinnvoll, im Bereich des betrieblichen Eingliederungsmanagements überfachliche Kompetenzen miteinzubeziehen. Und Katja Hobler von Markus Glöckner Natursteine sagt: „Das Thema interessiert mich vor dem Hintergrund, neue Mitarbeiter zu finden, aber auch Mitarbeiter zu halten und weiterzuentwickeln.“

 

 


Ansprechpartner

Ute Knerr

Familienfreundliche Unternehmensführung

Tel.: 0681 9520-460

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: ute.knerr@saaris.de

„Welche Kompetenzen haben meine MItarbeiter und wie kann ich diese unternehmerisch nutzen?“ Dieser Frage gingen die Workshop-Teilnehmer auf den Grund.