So geht Gründer­beratung bei saar.is

27. Juli 2015


Zahlreiche Großprojekte warten in Saarbrücken auf ihre Realisierung. Unter anderem eines der bedeutendsten Bauwerke der Landeshauptstadt, die frühere Französische Botschaft, oder auch der Umbau des Ludwigsparkstadions, der im Sommer 2017 abgeschlossen sein soll. Beide wurden von einem jungen, innovativen saarländischen Unternehmen unterstützt. white|c entwickelte ein auf dem Markt neues 3D-Laserscanning-Verfahren, das Bauwerke exakt abbildet, vermisst und analysiert. Mit technischen Machbarkeitsstudien und Beratungen bei der Erstellung seines Businessplans unterstützte saar.is den jungen Gründer Dr. Christian Müller von Anfang an.

Höhere Auflösung, unterschiedliche Ansichten, höchste Präzi­sion, zusätzliche Einsatzgebiete


„3D auf den Punkt gebracht“: So heißt das Motto der jungen Firma, die 2013 ihre Türen für Unternehmen aus den Bereichen Planung & Konstruktion sowie Automotive öffnete. Das Motto passt! Punktgenau scannen die Mitarbeiter von white|c, ein Spin-off-Unternehmen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Gebäude oder ganze Straßenzüge: „Unsere innovativen Produkte und Dienstleistungen sorgen dafür, dass die Welt um Sie herum digital nutzbar wird“, werben Dr. Christian Müller und sein Team für ihre Dienstleistung.

Mithilfe einer neuen, im DFKI entwickelten 3D-Laserscanning-Technologie nehmen sie die Umgebung millimetergenau in 3D und Farbe auf. Es entsteht eine sogenannte Punktewolke, aus der je nach Bedarf und Wunsch der Kunden interaktive Filme, Grundrisse, Schnitte oder plastische Modelle erzeugt werden.

Keine Fehlplanungen mehr


„Egal ob der Kunde seinen Umbau, wie beispielsweise das Ludwigsparkstadion, im Ist-Zustand millimetergenau bis zur hintersten Ecke dargestellt haben möchte oder ein Modell eines komplett neuen Stadions, mit dem neuen Verfahren können schon im Voraus alle Eventualitäten berechnet werden. Dass beispielsweise ein neu gebautes Gerät wegen Fehlplanung nicht mehr in den dafür vorgesehenen Raum passt, kann nicht passieren“, so Müller. Ein Scanner, ähnlich einer großen Kamera werde im Außenbereich auf bis zu 17 Meter Höhe hochgepumpt und scanne Gebäude ab. Im Innenbereich arbeite man dagegen meist mit kleinen Stativen.

Automotive: Fahrsimulationen zu Fahrtüchtigkeit und Sicherheit


Im Automotive-Bereich entwickelt das junge Unternehmen Softwareanwendungen wie Fahrsimulationen für die Orthopädie an der Uniklinik. Nach Knie- oder Hüftoperationen sind die Gelenke mehr oder weniger schnell wieder belastbar. 100 % Kraft und schnelle Reaktionsfähigkeit sind beim Autofahren ein Muss. In einem Auto simuliert die Software von white|c eine Fahrt und gibt dem Fahrer Anweisungen. Eine spätere Analyse zeigt deutlich, ob ein Patient sich schon wieder hinter das Steuer setzen sollte oder nicht.

Unterstützung durch saar.is: optimierter Businessplan, technische Machbarkeit, Fördermittelantrag


Christian Müller entwickelte das 3D-Laserscanningverfahren am DFKI. Hier entstand auch die Idee, sich mit dieser Technologie selbständig zu machen. Grund genug für den begeisterten Informatiker, sich Hilfe und Informationen bei saar.is zu holen: „Wir unterstützen und informieren Gründungswillige im technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich. Außerdem vermitteln wir Fördermittel“, erklären die Gründer-Berater. Bei white|c überprüfte saar.is die technische Machbarkeit des Produkts: Ist die Technologie in der Praxis realisierbar? Ist eine Marktreife überhaupt möglich? Dies wurde in  gemeinsamen Gesprächen und mit Experten erörtert. Der Kontakt zu einem betriebswirtschaftlichen Berater wurde zusätzlich vermittelt. Resultat war ein optimierter Businessplan, der überzeugte. Auch einen finanziellen Zuschuss aus dem Beratungsprogramm des Wirtschaftsministeriums konnte Christian Müller mit Hilfe von saar.is beantragen. Dieser war nur ein Teil der Finanzierung: „Nach der Prüfung unterschiedlicher Fremdfinanzierungsmöglichkeiten entschieden wir uns für eine Mischlösung: Die Saarländische Investitionskreditbank und ihr Partnerunternehmen Saarländische Wagnisfinanzierungsgesellschaft sowie die Sparkasse Saarbrücken übernahmen zusätzlich zu einem großen Anteil Eigenmitteln das Fremdkapital“, so Müller.