SALUT-Thema Gesundheitswirtschaft: Quo vadis?

Neue Zeiten, neue Formate. Und so startete auch der Gesundheitskongress SALUT! DaSein gestalten in diesem Jahr virtuell. Ein Novum, das aber gut gelang. Als Kooperationspartner des Veranstalters, der Berliner Agentur WOK, beteiligte sich saaris maßgeblich an drei Sessions. Eine davon beleuchtete die Zukunft der Gesundheitswirtschaft im Saarland.

 

3. Dezember 2020


Wie geht es weiter nach Corona? Müssen wir Wirtschaft neu denken? Eines sei sicher, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, die globale Zusammenarbeit müsse überdacht werden. Zu groß war die Abhängigkeit von fernöstlichen Staaten zu Beginn der Pandemie, als es um Schutzbekleidung ging. Ähnlich sah das auch Gerrit Schick, Head of Health Informatics der Philips DACH, Hamburg: „Wir haben viel gelernt während des letzten Jahres. Lagerbevorratung wird zukünftig teilweise nötig sein, „single-sourcing“ ist nicht wirklich krisensicher“. Wichtig sei es, in den nächsten Jahren, unabhängiger zu werden. Er verspricht: „Nach Corona werden die Lieferketten deutlich robuster sein als vorher“. 


Gesucht: Balance zwischen Industrie- und Energiepolitik


Dass Wirtschaft neu gedacht werden muss, sieht auch Claudia Nussbauer, denn es geht nicht nur um Corona, sondern auch um den Strukturwandel, der durch die Pandemie nur verschärft wurde. „Es muss langfristig eine Balance zwischen der ins Wanken geratenen Industriepolitik und der sich komplett wandelnden Energiepolitik gefunden werden. Digitalisierung, neue Mobilität und Klimaschutzziele sind eng verzahnt. Für beide Bereiche suchen wir gemeinsame Lösungen“, so Claudia Nussbauer, Leiterin der Abteilung Energie-, Industrie- und Dienstleistungspolitik im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes.  


Potenzielle Lösung: Netzwerk von KMU, großen Unternehmen und Politik, gesteuert durch die Landesregierung


Was es dazu benötige seien Beschleunigungsprozesse bei Entscheidungen, fordert Dr. Daniel Müller, Geschäftsführer der innovativen, saarländischen MyBiotech GmbH, Überherrn. Er sieht langfristig die Zusammenarbeit von KMU, großen Herstellern und Politik, gesteuert von der Landesregierung, als richtigen Weg, den Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen. „Gerade die Gesundheitsbranche im Saarland kann während dieser Herausforderung als Stabilisator dienen“. „Wir haben während der Pandemie bewiesen, dass wir sehr schnell unterschiedliche Sektoren zusammenbringen und weiterentwickeln können. Zukünftig könnte beispielsweise die Kombination Biotechnologie und Künstliche Intelligenz zukunftsträchtige Entwicklungen effizient und schnell voranbringen. Dem Saarland einen Schritt voraus in Sachen Gesundheitswirtschaft sind der Hightech Campus in Eindhoven und der Hamburger Health Innovation Port HIP, weiß Gerrit Schick und beschreibt eindrücklich, wie in der Hansestadt ähnlich wie in Eindhoven durch Philips ein Ort geschaffen wurde, wo in einem starken Partnernetzwerk innovative Ideen und neue Geschäftsmodelle im Digital Health Market entwickelt werden und junge Unternehmen wachsen können.  Auch Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan Gesundheit & Soziales und Direktor des Instituts für Gesundheit und Soziales der FOM Hochschule für Ökonomie und Management gGmbH, Essen unterstreicht die Bedeutung eines solchen Netzwerks bzw. die enge Verzahnung eines Global Players mit jungen Startups. Es braucht vielmehr als bisher Denkfabrikstrukturen, um gemeinsam an Gesundheitslösungen der Zukunft zu arbeiten.