Saarland: Zehn Jahre Stromspar-Check

8. Oktober 2018


Knapp 2,4 Mio. Euro Energiekosten gespart, mehr als 52.000 Tonnen CO2–Emissionen können vermieden werden – das ist eine stolze Bilanz nach zehn Jahren Stromspar-Check im Saarland. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hob bei der Landespressekonferenz am 25. September 2018, hervor, dass in dem 2008 gestarteten Projekt auch eine wesentliche soziale Komponente stecke: „Einerseits können Haushalte mit geringem Einkommen ihre Energiekosten reduzieren, andererseits werden Langzeitarbeitslose als Stromsparhelfer/innen ausgebildet und eingesetzt. Sie verbessern durch eine zusätzliche Qualifikation ihre Chancen am Arbeitsmarkt.“

 

Seit Projektbeginn waren oder sind 35 Stromsparhelfer/innen im Einsatz. Ab Oktober sind es bei den beiden Projektträgern Caritas Saar-Hochwald und dem Diakonischen Werk an der Saar wieder 11. Im Saarland wurden bereits mehr als 2.700 Haushalte mit 7.200 Personen kostenfrei gecheckt. „So können sie ihre Energiekosten im Durchschnitt um fast 200 Euro jährlich senken und leisten außerdem einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz“, so die Ministerin. Die Einsparungen summieren sich bis heute auf rund 1,6 Mio. Euro. Doch nicht nur die Haushalte selbst profitieren davon, sondern auch die Städte und Gemeinden, die zusammen mit dem Bund die Kosten der Unterkunft bei Beziehern von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung abdecken. Dabei haben sie bisher fast 800.000 Euro eingespart.

 

„Es ist mir wichtig, dass Energie kein Luxusgut wird. Sie muss für jeden bezahlbar bleiben. Beim Projekt Stromspar-Check werden soziale Aspekte ideal mit dem Klimaschutz verbunden. Durch Beratung und Soforthilfen lassen sich effizient und unkompliziert Energiekosten einsparen“, betonte die Wirtschaftsministerin. Das Thema Energieeffizienz spiele für die weitere Energiewende im Saarland eine zentrale Rolle. „Die beste Energie ist nach wie vor diejenige, die gar nicht verbraucht wird“, sagt sie.

 

Durchschnittlich können durch den Stromspar-Check mehr als 840 Kilowattstunden pro Jahr eingespart werden. Die Beratung ist individuell und findet in der jeweiligen Wohnung statt. Beim ersten Besuch nehmen die Stromsparhelfer/innen den Strom- und Wasserverbrauch auf und analysieren das Nutzerverhalten. Aus diesen Angaben werden dann mit Hilfe einer Datenbank die entsprechenden Einsparpotenziale berechnet und ein detaillierter Effizienzplan für den Haushalt erstellt. Die Stromsparhelfer/innen kennen die Alltagsprobleme von Haushalten mit geringem Einkommen aus eigener Erfahrung. Deshalb können sie auf Augenhöhe beraten.

 

Die Stromsparhelfer/innen werden von fünf Jobcentern für das Projekt vermittelt und erhalten eine arbeitsmarkpolitische Förderung vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr. Geschult werden sie für ihre neue Tätigkeit von der Arge Solar, bei der auch die Gesamtkoordination des Projekts angesiedelt ist. Im Rahmen ihrer Tätigkeiten haben sich die Stromsparhelfer/innen nach ihrer Einführungsschulung auch kontinuierlich fachlich weiterqualifiziert. Gerd Thewes, Projektleiter bei der Caritas Saar-Hochwald, zur erfolgreichen Zusammenarbeit in seiner Region: „Die Stromsparhelfer werden für die Aufgaben geschult und fachlich in ihrer Arbeit bei uns durch einen Elektroinstallationsmeister angeleitet. Durch Vernetzung mit unseren Diensten und die Zusammenarbeit mit den Kommunen gelingt es uns, die Zielgruppen über das Projekt zu informieren und zur Teilnahme zu motivieren.“ Fritz Dreyer, der das Projekt bei der Diakonie Saar leitet, ergänzt: „Über die Handwerkskammer haben die Stromsparhelfer das Zertifikat ‚Serviceberater für Energie- und Wasserspartechnik‘ erworben. Damit verbessern alle im Team ihre Vermittlungschancen.“ So habe Anfang September ein Stromsparhelfer eine unbefristete Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt angetreten.

 

Bei einem zweiten Besuch bauen die Helfer/innen die jeweils sinnvollen Energie- und Wasserspar-Artikel ein. Dazu zählen als Soforthilfen Energiesparlampen, abschaltbare Steckerleisten und Zeitschaltuhren genau so wie zum Beispiel ein Wasserspar-Duschkopf. Insgesamt wurden seit Projektbeginn 2014 für etwa 180.000 Euro mehr als 38.000 dieser Soforthilfen kostenfrei eingebaut.

 

Außerdem geben die Helfer/innen konkrete Tipps für weitere Einsparmöglichkeiten beim Heizen und Lüften, Kochen oder Waschen: Der Austausch eines alten Kühlschranks oder einer stromfressenden Gefriertruhe gegen ein hocheffizientes A+++-Kühlgerät spart rund 100 Euro Stromkosten.

 

Ministerin Rehlinger lobt das Engagement der Stromsparhelfer/innen sowie der weiteren Beteiligten: „Das vom Wirtschaftsministerium geförderte Projekt wird inzwischen von fünf Jobcentern, 22 Energieversorgern und Stadtwerkepartnern vor Ort tatkräftig unterstützt.“