Saarbrücker Professor im wissenschaftlichen Rat des ERC

22. August 2016


Professor Kurt Mehlhorn, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Informatik und Professor für Algorithmen und Komplexität an der Universität des Saarlandes, arbeitet die nächsten vier Jahre im wissenschaftlichen Rat des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC) mit. Das teilte der ERC in einer Pressemeldung mit. Der wissenschaftliche Rat besteht aus 22 renommierten Wissenschaftlern und ist das Direktorium des ERC. Dieser organisiert die Finanzierung von Grundlagenforschung innerhalb der Europäischen Union.

 

„Ich empfinde es als eine große Ehre, dass ich dort mitarbeiten darf“, kommentiert Professor Kurt Mehlhorn die Entscheidung des Europäischen Forschungsrates, ihn in den wissenschaftlichen Rat aufzunehmen. Dieser existiert seit 2006. Unter den 22 Wissenschaftlern ist Professor Kurt Mehlhorn einer von drei deutschen Forschern. Neben ihm wirken in dem Gremium noch Professor Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, und Professor Michael Kramer, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie, mit. Zuvor arbeiteten im wissenschaftlichen Rat die deutsche Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard und Professor Hans-Joachim Freund, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft.

 

Mehlhorn lobt die strategische Ausrichtung des ERC: „Zuvor wurde von der EU hauptsächlich angewandte Forschung gefördert, jetzt wird durch den ERC auch Grundlagenforschung gefördert. Das ist ein riesiger Fortschritt. Nur die Grundlagenforschung bringt Ergebnisse hervor, die zu radikal Neuem führen. Denken Sie etwa an das Internet oder Satellitennavigation.“

 

Hintergrund zu Professor Kurt Mehlhorn
Kurt Mehlhorn leitet die Gruppe „Algorithmen und Komplexität“ am Saarbrücker Max-Planck-Institut für Informatik. Er hat an rund 300 Forschungsaufsätzen mitgewirkt und sechs Bücher veröffentlicht. 80 seiner ehemaligen Studenten haben inzwischen einen Lehrstuhl inne. Mehlhorn wurde mit einer Vielzahl von renommierten Forschungspreisen ausgezeichnet. Dazu gehören der Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Jahr 1986 und die Konrad-Zuse-Medaille im Jahr 1995. Von 2002 bis 2008 war er Vize-Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. 2014 feierte er sein 30-jähriges Jubiläum als Hochschullehrer. Er ist Mitglied der Leopoldina, der Nationalen Akademie für Wissenschaften, von acatech, der Nationalen Akademie für Technikwissenschaften, der Academia Europaea und der indischen Nationalen Akademie für Ingenieurswissenschaften. Im vergangen Jahr nahmen ihn die Mitglieder der US-amerikanischen National Academy of Science als „Foreign Associate“ in ihre Reihen auf. Damit ist er der zweite europäische Computerwissenschaftler, dem diese Ehre zuteil wurde. Kurt Mehlhorn ist auch als Gründer in Erscheinung getreten. 1995 hat er die Algorithmic Solution Software GmbH mitgegründet.

 

Weitere Informationen auf:
https://erc.europa.eu/about-erc/organisation-and-working-groups/scientific-council