Saar-Uni: Vom Hörsaal in die eigene Firma

4. August 2014


Auf dem Gründer-Campus Saar arbeiten unter Federführung der Universität des Saarlandes die saarländischen Hochschulen und die außeruniversitären Forschungsinstitute zusammen, um die Zahl der Unternehmensgründungen weiter zu erhöhen. Wissenschaftler werden dabei unterstützt, Forschungsergebnisse mit Marktpotenzial zu identifizieren und über Unternehmensgründungen zu verwerten. Studenten, Doktoranden und Uni-Mitarbeiter erhalten über Workshops und persönliche Beratung vielfältige Tipps, wie sie mit pfiffigen Ideen und eigenen Forschungsergebnissen eine Firma gründen können. Anke Rehlinger, Wirtschaftsministerin des Saarlandes, hat sich am 23. Juli 2014 auf dem Universitätscampus ein Bild davon gemacht.

Seit 1995 wurden mithilfe des Starterzentrums der Universität 273 Unternehmen mit rund 1.500 Arbeitsplätzen gegründet, die meisten davon in der Informationstechnologie, Sprachtechnologie, Medizintechnik, Biotechnologie und im Dienstleistungsbereich. „In den kommenden fünf Jahren wollen wir die Zahl der Firmengründungen auf über 400 steigern und den Anteil der Hightech-Gründungen darunter deutlich erhöhen. Dadurch werden viele neue hochwertige Arbeitsplätze in Ausgründungen der Universität und der Forschungsinstitu¬te entstehen und Absolventen und Wissenschaftler an die Region gebunden“, nennt Universitätspräsident Volker Linneweber als Ziel. Um Firmengründungen auf dem Gebiet der Informatik voranzutreiben, wurde im vergangenen Jahr der IT Inkubator ins Leben gerufen. Er wurde gemeinsam von der Wissens- und Technologietransfer GmbH, einer Tochter der Universität des Saarlandes, und der Max-Planck-Innovation GmbH, der Technologietransferorganisation der Max-Planck-Gesellschaft, gegründet und wird von der Staatskanzlei finanziell unterstützt.

„Mit dem IT-Inkubator wollen wir das wirtschaftliche Potenzial von Erfindungen in der Informationstechnologie, die aus den Forschungseinrichtungen der Saar-Uni und den Max-Planck-Instituten hervorgehen, noch besser erschließen“, erläutert Volker Linneweber. Forschungsergebnisse sollen durch den Inkubationsprozess soweit entwickelt werden, dass neue Unternehmen zur Vermarktung der Produkte gegründet werden können. Außerdem möchte man auch etablierte Industrieunternehmen dazu motivieren, Lizenzen an den neuen Technologien zu erwerben, um diese weiter zu entwickeln und zu vermarkten.

Bei ihrem Besuch der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes (KWT) mit Sitz im Starterzentrum sagte die saarländische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger: „Existenzgründungen bringen profunde Innovationen und wirtschaftliche Zukunft zusammen. Aus ihnen können die großen Unternehmen von morgen entstehen. Deshalb ist die Unterstützung von Existenzgründern eines meiner Leitthemen. Durch neue Unternehmen werden neue Arbeitsplätze geschaffen und die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Saarland weiter erhöht. Dazu ist es aber auch immer wieder beeindruckend, was für faszinierende Ideen an den Universitäten geboren werden.“

Bei Vorträgen eines Gründers, der über das EXIST-Gründerstipendium bei der Umsetzung seiner Geschäftsidee unterstützt wird, eines Geschäftsführer eines unmittelbar neu gegründeten Unternehmens sowie bei der Präsentation des  IT Inkubators und von fünf Unternehmen aus dem Starterzentrum konnte sich die Wirtschaftsministerin ein Bild davon machen. Unter den neu gegründeten Firmen befand sich die Testfabrik Consulting + Solutions AG, die neben vielen anderen Auszeichnungen vor kurzem auch beim Ideenwettbewerb des europäischen Innovationsnetzwerks EIT ICT Labs überzeugte und den ersten Platz in der Kategorie „Future Cloud“ beim finalen Pitch im französischen Rennes belegte.