Saar-Forscher Sieger beim europäischen „Nanofy!“-Wettbewerb

25. September 2017


Ein Sensorsystem, das kleinste Spuren von Luftschadstoffen zuverlässig aufspürt, haben Messtechniker der Universität des Saarlandes mit internationalen Partnern im Projekt „SENSIndoor“ entwickelt. Das kostengünstige System ermöglicht, Gebäude automatisch zu lüften, wenn die Schadstoff-konzentration zu hoch ist, und halbiert zugleich den Energieverbrauch des Gebäudes.

 

Jetzt gewannen die Forscher hiermit den „Nanofy! Awarding the Best of the Best“-Wettbewerb beim EuroNanoForum 2017 auf Malta. In Innenräumen herrscht bei geschlossenen Fenstern schnell dicke Luft. Nicht nur, dass die Luft verbraucht und mit zu viel Kohlendioxid angereichert sein kann, was die Insassen müde und unkonzentriert macht. Auch Möbel, Kleber, Lacke dünsten mitunter Schadstoffe aus, die die Hausbewohner mit der Atemluft inhalieren. Für menschliche Nasen kann das völlig unbemerkt vor sich gehen. Denn schlecht riechen muss schlechte Luft nicht.

 

„Flüchtige organische Verbindungen wie Formaldehyd, Benzol oder Naphthalin dünsten aus Möbeln, Teppichböden, Wandfarben oder Lacken aus und reichern sich in Innenräumen an. Auch gesundheitsschädliche Konzentrationen sind für den Menschen geruchlos“, sagt Professor Andreas Schütze, Gassensor-Experte an der Universität des Saarlandes.

 

Zusammen mit der Firma 3S GmbH, die sich vor Jahren aus seinem Lehrstuhl heraus gegründet hat, entwickelte der Messtechniker mit internationalen Partnern aus Forschung und Wirtschaft im EU-geförderten Projekt „SENS Indoor“ Sensorsysteme für Luftschadstoffe. Sie sollen in Zukunft in Innenräumen rund um die Uhr gleich-bleibend für gute Luftqualität sorgen. „Wenn die Luft im Raum zu schlecht wird, die Sensoren also Schadstoff-Konzentrationen messen, die bestimmte Grenzwerte übersteigen, sorgt eine ausgeklügelte Lüftungstechnik über die Klimaanlage automatisch für Frischluft“, erläutert Schütze.

 

(Quelle: http://idw-online.de/de/news677295)