Ressourceneffiziente Produktion dank organisatorischer Maßnahmen

29. Januar 2016


Laut der Erhebung „Modernisierung der Produktion“ des Fraunhofer ISI könnten die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe nach eigener Einschätzung noch durchschnittlich 14 Prozent des Energiebedarfs und 6 Prozent des Materialverbrauchs in der Produktion einsparen, wenn sie alle technischen Möglichkeiten optimal nutzen würden. Bei der Ausschöpfung dieser Potenziale und der langfristigen Verankerung von Energie- und Ressourceneffizienz im Betrieb spielen auch Managementinstrumente eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Kosten sind diese nicht-technischen Maßnahmen insbesondere für KMU ein niedrigschwelliger, aber wirkungsvoller Einstieg in die ressourceneffiziente Produktion.

 

Eine ressourceneffiziente Produktion, also ein geringerer Einsatz an Energie und Materialien bei gleichbleibendem Produktionsoutput, ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor: Eine ressourcenschonende Produktion bedeutet Kosteneinsparungen, zudem wird für viele Konsumenten die ökologische Nachhaltigkeit von Produkten bei der Kaufentscheidung immer wichtiger. Zur Ausschöpfung von Einsparpotenzialen stehen meist technische Lösungen im Vordergrund, organisatorische Rahmenbedingungen und Maßnahmen werden in vielen Unternehmen hingegen weniger betrachtet – und das, obwohl gerade solche nicht-technischen Maßnahmen geringere Investitionen erfordern und deshalb vor allem für KMU ein kostengünstiger, aber wirkungsvoller Einstieg in eine ressourceneffiziente Produktion sind.

 

Für die Studie „Ressourceneffiziente Produktion jenseits technischer Lösungen“ wertete das Fraunhofer ISI die Angaben von 1.594 Firmen des Verarbeitenden Gewerbes aus, die im Jahr 2012 an der regelmäßig durchgeführten Erhebung „Modernisierung der Produktion“ teilgenommen hatten. Die Analysen zeigen, dass fast 40 Prozent der Betriebe Energieeffizienzmaßnahmen und 73 Prozent Materialeffizienzmaßnahmen in ihrer Produktion einsetzen.

 

Befragt nach zusätzlichen Einsparmöglichkeiten schätzen die Betriebe, dass sie durchschnittlich 14 Prozent ihres Energiebedarfs einsparen könnten, wenn sie die heute verfügbaren technischen Möglichkeiten optimal nutzen würden. Hinsichtlich der Materialnutzung vermuten sie durch die Umsetzung entsprechender Maßnahmen ein Einsparpotenzial von etwa 6 Prozent.

 

Dabei zeigt sich, dass Betriebe unterschiedlicher Größe ihr Einsparpotenzial sehr unterschiedlich einschätzen: Fast ein Viertel der kleinen Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten gibt an, im Bereich Energie kein weiteres Einsparpotenzial zu haben, während dieser Wert bei Betrieben mit mehr Beschäftigten bei 11 Prozent (bis 249 Beschäftigte) beziehungsweise 7 Prozent (ab 250 Beschäftigte) liegt. Auch bei der Frage nach Materialeinsparungen ist der Anteil der mittleren und großen Betriebe, die noch Einsparpotenziale in ihrer Produktion sehen, deutlich höher als bei kleinen Betrieben.

 

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