REACh-Verordnung: Langer Atem zahlt sich aus

10. Juli 2019


Der Autorisierungsprozess dauert mehrere Jahre: Ein Experte für Galvanotechnik vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA empfiehlt Beschichtern und Anwendern von Hartchromschichten, sich bereits jetzt um eine unternehmensspezifische REACh-Zulassung zu bemühen. Von Autorisierungsanträgen in großen Konsortien rät er ab.

Eigentlich ist es eine gute Sache: Die EU-Verordnung »Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals« (REACh) regelt den Umgang mit gefährlichen Stoffen und soll den Schutz von Umwelt und Mitarbeitern gewährleisten. Für die Galvanotechnik führt dies dazu, dass seit dem 21. September 2017 die wichtigen sechswertigen Chromverbindungen als Produktionsmittel der Autorisierungspflicht unterliegen. Seither darf Chrom-VI nur noch einsetzen, wer selbst einen Autorisierungsantrag bei der European Chemicals Agency (ECHA) in Helsinki eingereicht hat oder diese Stoffe von einem Lieferanten bezieht, der einen solchen Antrag eingereicht hat.

Zu diesem Zweck haben sich Hersteller und Anwender von Hartchromverfahren zu zwei Konsortien zusammengeschlossen und Sammelanträge an die ECHA gerichtet. Der finale Ausgang dieser Vorstöße ist aktuell noch offen, es ist jedoch absehbar, dass eine Laufzeit der Autorisierungen bis maximal September 2024 bewilligt wird. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss der Folgeantrag eingereicht sein. »Bei der Antragsstellung sollten Unternehmen keine Zeit verlieren«, warnt Martin Metzner, Leiter der Abteilung Galvanotechnik am Fraunhofer IPA, und gibt zu bedenken: »Es vergehen zwei bis drei Jahre, ehe die Daten erhoben sind für den Stoffsicherheitsbericht, die sozioökonomische Analyse und die Analyse der alternativen Verfahren.«

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