Mit der Servicestelle für Arbeitsmarktintegration zur Berufsanerkennung

27. März 2017


Zugewanderte kommen häufig ohne oder nicht mit allen Zeugnissen, die nötig sind, um ihren Berufsabschluss mit dem hiesigen gleichzustellen und anzuerkennen. Wenn sie eine duale Berufsausbildung im IHK- oder HWK-Bereich im Heimatland absolviert haben, unterstützt sie saaris mit der Servicestelle für Arbeitsmarktintegration (SAI) bei der beruflichen Anerkennung. So wie den Syrer Jameel Allaham, der gerade seinen ersten Job in Deutschland gefunden hat.

 

Jameel Allaham ist glücklich und dankbar. Seit eineinhalb Jahren ist der gelernte Zahntechniker aus Syrien in Deutschland und wartete bisher sehnsüchtig darauf, endlich in seinem Beruf zu arbeiten. Sein Problem: Es war bei der Flucht keine Zeit, alle notwendigen Dokumente anzufordern und zu sammeln. Mit einem Teil der offiziellen Papiere fand er Hilfe bei der Servicestelle für Arbeitsmarktintegration (SAI), angesiedelt bei saaris. Hier hat ihn Silja Weissmüller beraten, wie er seine im Ausland erworbene Berufsqualifikationen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen feststellen lassen kann. Entsprechen die Kenntnisse den deutschen Berufsabschlüssen, erhalten die Zugewanderten die volle Anerkennung ihres Berufs in Deutschland. Verbunden mit einer langfristigen Perspektive und allen Möglichkeiten, die diese auch einem deutschen Arbeitnehmer bringt.

 

Silja Weissmüller begleitete Allaham auch zu Gesprächen bei unterschiedlichen Institutionen, z. B. der Handwerkskammer, die die theoretische und praktische Feststellung der Kenntnisse organisiert hat. Für den Syrer ein Geschenk: „Ich bin unheimlich dankbar für diese Unterstützung. Auch wenn es mit der deutschen Sprache schon ganz gut klappt, ist das Alltagsdeutsch doch ein ganz anderes als das Verwaltungsdeutsch“. Der Zahntechniker ist froh über die Unterstützung bei der Antragstellung und Klärung der Finanzierung.

 

Häufig unterscheiden sich die Berufsbilder eines Landes von den Berufsanforderungen hier in Deutschland, so dass während der Qualifikationsanalyse mehr oder weniger große Wissenslücken identifiziert werden. Auch dann hilft saaris mit dem Qualifizierungsagenten: Die notwendigen theoretischen oder auch praktischen Qualifizierungen werden von ihm organisiert und der Migrant weiter begleitet. In vielen Fällen ist das gesamte Verfahren für den Zugewanderten kostenlos. Förderungen von unterschiedlichen Stellen leisten die Finanzierung.

 

Für Gleichgesinnte hat Allaham gleich mehrere Tipps parat: „Es ist wichtig, sich schnellstmöglich nach dem Ablauf der Anerkennung zu erkundigen. Außerdem frühzeitig die richtigen Stellen aufzusuchen, denn manchmal dauert es länger, die Qualifikationsanalyse durchzuführen und evtl. weitere Seminare zu absolvieren.“ Vieles hänge davon ab, wie viele Papiere vorhanden seien. Deshalb lohne es sich, noch in der Heimat Zeit zu investieren, die Zeugnisse soweit es möglich ist komplett zusammenzutragen.

 

Ende gut, alles gut für Jameel Allaham. Sichtlich erleichtert sitzt er in unserem Gespräch und freut sich auf seine Zukunft in Deutschland. Seit 15. Februar arbeitet er in einem Zahntechniklabor und hofft, mit diesem Artikel sowohl andere Zugewanderte als auch Unternehmen zu ermutigen, das Abenteuer Arbeit in Deutschland mit Migranten einzugehen.

 

 

Bildunterschrift:
Jameel Allaham im Gespräch mit Silja Weissmüller, die bei saaris die Servicestelle leitet