Kleine und große Lösungen mit BIM-fähiger Software

Die 7. BIM-Fachtagung drehte sich um die Software Allplan, eine BIM-fähige Software, die es dem Nutzer mit wenig Aufwand ermöglicht, kleine und große BIM-Lösungen zu erarbeiten.

 

7. Januar 2021


BIM (Building Information Modelling) wird derzeit bereits weltweit eingesetzt. Besonders intensiv in den nördlichen Staaten Europas. Dort wird BIM häufig gesetzlich gefordert. BIM bewegt sich tatsächlich mit großen Schritten, denn in den nächsten Jahren wird die digitale Baumethode zunehmend von Auftraggebern der öffentlichen Hand und privaten Auftraggebern in ihren Projekten eingefordert werden. „Jetzt ist die richtige Zeit in die Materie einzusteigen. Schritt für Schritt. Der Eine mit einer kleinen Lösung, der Andere mit einer großen Lösung“, so Dr. Thomas Siemer, Experte für das Thema bei saaris und verantwortlich für das Netzwerk bim.saarland. Den Unternehmen der Baubranche stehen dabei Unterstützungsleistungen von der Bundes-Architektenkammer, regional im Saarland durch saaris, und von Beratern der Branche zur Verfügung. Also eine Sorge weniger. Mit dem Thema beschäftigen müssen sich die Unternehmen allerdings aus eigenem Antrieb und Überzeugung.

BIM ist keine Software, sondern eine Planungsmethode mit einem virtuellen Bauwerksmodell im Mittelpunkt

Ein virtuelles Bauwerksmodell wird bauteilorientiert, objektorientiert modelliert. Dafür wird Software benötigt, mit der das möglich ist. Bei der 7. BIM-Fachtagung stand diesmal die Vorstellung der Software „Allplan 2021“ im Mittelpunkt. Weitere Software-Lösungen sollen in den kommenden BIM-Fachtagungen folgen, um einen Überblick zu geben und um den Kontakt zu Softwarehäusern zu vermitteln. Diplom-Architektin Katharina Sauer stellte die Allplan Software zunächst in einer übersichtlichen Darstellung vor und räumte gleich ein gängiges Vorurteil aus: „BIM ist keine Software, sondern eine Planungsmethode. Die Software ist nur ein Teil davon, erstellt die Gebäude in 3D, hängt Attribute an die einzelnen Bauteile, errechnet Kosten und vieles mehr.“ Anschließend zeigte Sie LIVE, wie ein BIM-Modellierer mit Allplan ein Gebäude plant.

Vorteile: Geringerer Zeit- und Kostenaufwand, optimierte Prozesse

Zum Einstieg stellte die mit ihrem Unternehmen seit vielen Jahren  für Nemetschek (Allplan) tätige Beraterin die Vorteile einer kleinen, internen BIM-Bürolösung (little BIM – ein guter erster Schritt in die BIM-Welt) als einem möglichen ersten Schritt im Unternehmen vor: „Alle Daten, auch die Attribute/Eigenschaften, werden nur einmal in die Software eingetragen und im Life Cycle des Bauwerkes immer wieder aufgerufen. Das spart Zeit, Geld und optimiert die Prozesse“. Auf Knopfdruck errechne der Computer die Kosten unterschiedlichster Varianten, in Sekunden würden Änderungen im Plan optisch dargestellt, im Leistungsverzeichnis verarbeitet und Kostenzusammenstellungen aktualisiert. Ein schöner Zusatznutzen auch für die Bauherren, die sich Änderungen oft nicht sofort vorstellen können. Die Software Allplan besteht dabei aus drei Komponenten:  Assistenten für die Projektentwicklung bieten eine große Auswahl an Rohbauelementen, Ausbauelementen für innen und außen, Türen, Fenster und Elemente aus dem Außenbereich. Alles ist vorbereitet und kann mit einem Klick und der Eingabe von Maßen visualisiert werden. Eine Hochrechnung der Kosten über Kennwerte gehört ebenfalls dazu. Sie bietet beispielsweise die Möglichkeit, gewerkeübergreifend alle Kosten aufzusummieren und in kürzester Zeit eine Übersicht zur Planungskorrektur, wo Kosten eingespart werden können. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Hochbau, Ingenieurbau, Industrie- bzw. Gewerbebau oder Bauen im Bestand handele. Im Bestand funktioniert nur die Herstellung des Bauwerksmodells anders. Als Beispiele für weitere Mehrwerte nannte Katharina Sauer die Erstellung von Energieausweisen oder die Berechnung von Energielasten für die Haustechnik. Im Zusammenhang mit dem neuen GEG Gebäudeenergiegesetz, das am 1. November 2020 in Kraft getreten ist, sicher eine interessante Option. Informationen über alle Bauteile können auch in den heute oft noch gängigen Formaten wie Word, Excel oder PDF weitergeleitet und bearbeitet werden. Genauso wie die Erstellung eines Angebots, das automatisch mit der Ausschreibung verglichen werden kann.


Technische und menschliche Voraussetzungen


Soll die BIM-Methodik nicht nur intern im eigenen Büro angewendet werden, sondern auch die externen Kooperationspartner und andere Gewerke einschließen, die mit unterschiedlicher Software arbeiten, benötigt es eine offene IFC-Schnittstelle. Sie sorgt dafür, dass die Daten auch auf anderen Rechnern gelesen und bearbeitet werden können. „Ohne Investitionen in Software sowie Aus- und Weiterbildung geht es nicht. Dafür bieten wir individuelle Sprechstunden an, in denen wir den Bedarf feststellen und dann die Investition beziffern.“, erklärt Katharina Sauer den Teilnehmer*innen der BIM-Fachtagung. Und es benötige die Entscheidung und den Willen des Unternehmens, also Arbeitgeber und Mitarbeiter, sich Neuem zu stellen und mit anderen beteiligten Gewerken zu kooperieren.


Dr. Thomas Siemer, Leiter bim.saarland: „Wer jetzt einsteigt, vermeidet, den  Anschluss  zu verlieren und erschließt sich ganz neue Möglichkeiten“


„Was zu Beginn für manche vielleicht unerreichbar scheint, ist machbar. Anfangen heißt die Devise“, ermutigt Thomas Siemer während der Veranstaltung und verweist auf die kostenfreien Unterstützungsangebote von saaris. Er kündigt die nächsten BIM-Fachtagungen gleich zu Jahresbeginn 2021 an: Ein weiteres Praxis- und Umsetzungsprojekt und weitere Softwareprodukte in der Anwendung. Dass es höchste Zeit ist, sich mit dem Thema BIM zu beschäftigen, ist für ihn klar: „Andere Länder wie die USA, Asien und die skandinavischen Länder sind schon sehr weit und geben den Takt vor. Wir müssen JETZT Gas geben, um den Anschluss nicht zu verlieren“.



Ansprechpartner

Dr.-Ing. Thomas Siemer

Building Information Modeling

Tel.: 0681 9520-459

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: thomas.siemer@saaris.de 

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