Kick-off zu grenzüberschreitender automatisierter Mobilität

23. April 2019


Sicher, umweltbewusst und flexibel – so lauten zentrale Forderungen an die Mobilität der Zukunft. In der Grenzregion zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg ist Mobilität in der Arbeitswelt ein wichtiger Faktor. Sie muss einfach, günstig und für alle verfügbar sein. Die Automatisierung und intelligente Vernetzung des Straßenverkehrs spielt dabei eine zentrale Rolle. Im Projekt TERMINAL arbeiten und forschen 15 Partner aus Wissenschaft, Mobilitätsanbietern und öffentlicher Verwaltung an der Etablierung von automatisierten, elektrischen Bussen im grenzüberschreitenden Pendlerverkehr. Das Projekt startete im Januar 2019 und wird bis Dezember 2021 laufen. Es hat ein Volumen von rund drei Mio. Euro und wird mit ca. 1,8 Mio. Euro durch das Programm „Interreg VA Großregion“ aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Federführender Partner des Projektes ist die htw saar, dort unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Bousonville und Prof. Dr.-Ing. Horst Wieker.

 

Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten und leben an unterschiedlichen Orten. Insbesondere in der Großregion ist es nicht ungewöhnlich, wenn Arbeitnehmer, Auszubildende und Studierende auf dem Weg zu ihren Arbeits- und Ausbildungsstätten im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen überqueren. Um bei dieser Mobilität nicht auf das eigene Fahrzeug angewiesen zu sein, untersucht TERMINAL die Rahmenbedingungen für einen automatisierten Verkehr in der Grenzregion und wird einen Feldversuch über mehrere Monate mit einem automatisierten elektrischen Shuttle im Realverkehr durchführen. Als Strecke für den Feldversuch wurden ein Abschnitt zwischen der Gemeinde Creutzwald (Département Moselle) und dem Industriegebiet der Gemeinde Überherrn (Saarland) ausgesucht.

 

Gleichzeitig werden auf einer Strecke zwischen Luxemburg und Thionville (Département Moselle) von nicht automatisierten Bussen Daten gesammelt, die zur Weiterentwicklung der Technologie des automatisierten Fahrens eingesetzt werden. Darüber hinaus dient diese Strecke zur Erprobung von Mobility-on-Demand (MoD)-Diensten. Neben den technischen Aspekten soll aber auch untersucht werden, wie sich die Technologie auf die Menschen auswirkt und wie sich automatisierte Fahrzeuge und MoD in einen attraktiven, grenzüberschreitenden ÖPNV integrieren lassen. Der Mensch steht aus zwei Perspektiven im Fokus. Einerseits wird über Befragungen vor und nach dem Feldtest untersucht, welche Einstellung die Nutzer zum automatisierten Verkehr haben, andererseits werden auch Überlegungen zur Zukunft der Arbeitsplätze im ÖPNV eine Rolle spielen.

 

Das Projekt bettet sich in die Aktivitäten des trinationalen digitalen Testfelds Deutschland-Frankreich-Luxemburg für das automatisierte und vernetzte Fahren ein. TERMINAL wird das erste Projekt in Europa sein, das sich mit einem grenzüberschreitenden regelmäßigen Verkehr von automatisierten elektrischen Minibussen auseinandersetzt.

 

(Quelle: htw saar)