Junge Absolventen erreichen und langfristig halten

25. Juli 2016


Wir schrumpfen, zumindest in Hinblick auf die Anzahl der im Saarland zur Verfügung stehenden Arbeits- und Fachkräfte. Es erscheint paradox, dass zwar an saarländischen Hochschulen zahlreiche Nachwuchskräfte für Technologieberufe ausgebildet werden, diese jedoch nicht selten außerhalb des Saarlandes ihre erste Arbeitsstelle antreten. Woran liegt das? Und wie können Unternehmen dieser Entwicklung entgegenwirken? Hilfreiche Antworten für KMU bot eine Veranstaltung bei der Nanogate AG.

 

Gastgeber waren das an saar.is angegliederte Demografie Netzwerk Saar (DNS), FuE-Intensiv bei saar.is, der Regionalverband Saarbrücken und das Career Center der Universität des Saarlandes. Die Diplom-Ingenieurin Elena Maier leitet die Funktechnik GmbH in Primstal. Sie sucht händeringend weitere Techniker und Funkingenieure und erlebt täglich, wie sich der Arbeitsmarkt gerade für kleine und mittlere Unternehmen wandelt. Auf Stellenanzeigen folgen häufig keine Bewerbungen oder der neue Mitarbeiter verlässt das Unternehmen wieder. Heute entscheiden die Absolventen, welches Angebot sie annehmen und welches nicht. Das bestätigen ihr auch der Direktor des Regionalverbands Saarbrücken, Peter Gillo, und Dr. Christoph Esser, Leiter des DNS bei saar.is: „Der Mittelstand hat es schwerer als die großen Unternehmen, denn es fehlen häufig ein positives Image und die Sichtbarkeit in der Bevölkerung.“

 

„Wir möchten für die Zielgruppe sichtbar sein“
Was wollen die jungen Erwachsenen? Auf jeden Fall etwas anderes als die Generation davor. „Die sogenannte Y/Z-Generation interessiert sich vorrangig für das soziale Gefüge im Unternehmen und für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben“, weiß Christoph Esser aus Erfahrung. Wie man junge Absolventen erfolgreich anspricht und dann auch im Betrieb hält, zeigte Michael Krämer dann an zahlreichen Beispielen: „Wir möchten für die Zielgruppe sichtbar sein, das heißt, wir schalten zielgerichtete Anzeigen in den neuen Medien wie beispielsweise Facebook, Xing oder Google.“ „Tue Gutes und rede darüber“, ist ein weiteres Motto von Krämer, um sich nach außen als interessanter und auf Dauer attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren: Syrische Praktikanten, Unterstützung bei privaten Problemen, Massagen, Gutscheine, Mitarbeiter-Events. All das sind Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen und für eine positive Mund-zu-Mund-Propa­ganda zu sorgen.

 

saar.is unterstützt mit kostenfreien Beratungsangeboten und Workshops
Für viele Unternehmer sind die neuen Methoden des Personalmarketings Neuland. Für sie hatte Christoph Esser am Ende der Veranstaltung eine gute Nachricht: saar.is und das DNS bieten für KMU individuelle und kostenfreie Beratungsangebote sowie maßgeschneiderte Workshops. Es sei keine Hexerei, junge Fachkräfte zu finden und langfristig an das Unternehmen zu binden. „Die kleineren Unternehmen tun bereits viel für den Nachwuchs“, so Esser, „aber dies noch zu wenig strukturiert. Dabei helfen wir.“

 

Die Unternehmerin Elena Meier erfuhr an diesem Nachmittag nicht nur sehr viel Neues. Sie interessiert sich jetzt für die Gestaltungsmöglichkeiten einer Stellenanzeige in den sozialen Netzwerken. Diese Lösung wurde in der Podiumsdiskussion thematisiert und von Michael Krämer und Michael Jung vom gastgebenden Unternehmen Nanogate herausgearbeitet.

 

 

Bildunterschrift:
v.l. Michael Krämer (Geschäftsführer Krämer IT Solutions GmbH), Dr. Thomas Siemer (saar.is), Peter Gillo (Regionalverband Saarbrücken), Dr. Christoph Esser (saar.is), Michael Jung (Vorstand Nanogate AG)


Ansprechpartner

Dr. Christoph Esser

Mittelstandsberatung

Tel.: 0681 9520-440

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: christoph.esser@saaris.de