IZFP: Betonroboter untersucht Parkhäuser auf Schäden

1. Juni 2015


Parkhäuser, Tiefgaragen und Brücken werden – bedingt durch starken Verkehr, Abgase, Feuchtigkeit und auch Streusalz – oft großflächig abgenutzt. Bisher kann eine Untersuchung geschädigter Bereiche meist nur partiell und nicht großflächig durchgeführt werden. Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP in Saarbrücken stellten auf der Hannover Messe den Betonroboter BetoScan® vor: Der Roboter ist in der Lage, pro Tag mehrere hundert Quadratmeter Parkdeck selbstständig zu untersuchen, wobei eine einzelne Person für Bedienung und Überwachung ausreicht.

„Unser Roboter kann problemlos mehrere hundert Quadratmeter Parkdeck pro Tag untersuchen und wird lediglich von einer Person bedient und überwacht“, erklärt Ralf Moryson, Ingenieur am Fraunhofer IZFP. Hindernisfreie Betonflächen können von dem Betonroboter selbstständig in einem vorgewählten Raster abgefahren werden – die dabei gewonnenen Daten der verschiedenen Prüfverfahren werden parallel aufgezeichnet.

Das kaskadierbare Halterungssystem für die Prüfsensoren erlaubt den Einsatz und schnellen Austausch von am Markt erhältlichen Sensoren. Hinsichtlich der Sensorauswahl für das entwickelte System wurde neben der Automatisierbarkeit der Messwerterfassung das Augenmerk auf bereits etablierte Prüfverfahren gerichtet. Dies erlaubt eine umfassende Zustandserfassung: Schäden können so rechtzeitig erkannt werden. Nebenbei entsteht zudem ein aktueller Grundriss der untersuchten Struktur.

„Als erheblicher Vorteil erweist sich darüber hinaus die Kombination zerstörungsfreier Prüfverfahren sowie deren Inte­gration in unser Robotersystem. Die Sensoren analysieren u. a. Feuchte und Dicke des Betons sowie Tiefe und Zustand der Bewehrung“, so Moryson weiter. Die Ergebnisse können flächenhaft grafisch dargestellt werden.