IoT & Industrie 4.0 für Biomedizin- und Labortechnik

12. September 2016


Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT und weiteren Technologiepartnern bot saar.is einem größeren, interessierten Publikum die Möglichkeit, neueste Anwendungen aus den Bereichen „Internet of Things“ (IoT) und Industrie 4.0 kennenzulernen.

 

„Die Gesundheitsforschung hinkt bei diesem wichtigen Zukunftsthema noch hinterher“, so Prof. Zimmermann, Leiter des St, Ingberter IBMT vor einem gut gefüllten Seminarraum. 80 Anmeldungen waren der Einladung gefolgt, in Theorie und Praxis zu erfahren, was heute in den Bereichen „Internet of Things“ (IoT) und Industrie 4.0 schon möglich ist. Zimmermann sprach von einem sehr hohen Wertschöpfungsgrad und davon, wie sehr die Industrie von den Forschungen des IBMT profitieren könne. „Das Labor der Zukunft beispielsweise ist automatisiert, sicher und mobil, um alle Patienten mit individuellen Methoden zu therapieren“.

 

„EBV: Heute Logistik, morgen EBV“
Ein enger Kooperationspartner des IBMT ist die EBV-Elektronik, ein weltweit agierender Logistikkonzern, schon weit fortgeschritten auf dem Weg in ein neues Zeitalter von High-Tech-Technologien. „Sensoren sind die Basis dafür, zunehmend intelligente Maschinen zu realisieren, die ihre Aufgaben schneller, genauer und eigenständiger erfüllen können, egal ob im Auto, in der Medizin oder in der Smart Facory“, so Bernd Pfeil, oberster Chef von EBV Elektronik. Er sieht darin eine neue Evolutionsstufe der modernen Technik. Eine zunehmend wichtigere Rolle in diesem wachsenden Markt spielen Halbleitersensoren, denn die kontinuierlich ansteigenden Anforderungen an eine höhere Genauigkeit, Selbsttestfähigkeiten und die Notwendigkeit einer immer schnelleren Datenübertragung erfordern immer intelligentere Sensoren. Etienne Lanoy, ebenfalls von EBV, ist sich sicher, dass sich mit IoT und Industrie 4.0 nicht nur Kosten sowie Energie reduzieren lassen und neue Geschäftsmodelle entstehen, sondern insgesamt ein weitaus besserer Service für den Kunden entstehen wird.

 

Sichere Gefahrgut-Logistik durch neue Technologien
Ein praktisches Anwendungsbeispiel stellte T&E Gefahrgutlogistik vor: Ein ESA-Projekt, dessen Ergebnis gerade marktfähig weiterentwickelt wird, minimiert die Gefährdung hochinfektiöser Güter für die Bevölkerung beim Transport vom Krankenhaus oder Arzt ins Labor. „Es gibt eine zunehmende Anzahl von Transporten gefährlicher Güter im medizinischen Bereich wie beispielsweise hoch infektiöse Proben, die transportiert werden. Mit Hilfe von IoT können alle Schritte des Transports elektronisch verfolgt werden. Damit wissen die Rettungsdienste bei einem Unfall, was genau transportiert wird, die Gefahrgutvorschriften werden eingehalten und kontrolliert und ein automatisches Warnsystem kann ausgelöst werden“.

 

NXP: Sichere Verbindungen in einer intelligenteren Welt
NXP Semiconductors N.V., ein weiterer Technologiepartner, der sich bei der Veranstaltung vorstellte, entwickelt Lösungen, die sichere Verbindungen für eine intelligentere Welt schaffen. Aufbauend auf der Expertise im Bereich High Performance Mixed Signal treibt NXP Innovationen in den Anwendungsfeldern Connected Car, Cyber-Sicherheit, Portable & Wearable sowie Internet der Dinge voran. NXP ist der weltweit größte Chip-Zulieferer für die Automobilbranche und Marktführer in Europa, den USA und China. Rund 2500 Ingenieure weltweit entwickeln Lösungen für das Auto der Zukunft mit dem Ziel, die sichere Fahrzeugvernetzung und autonomes Fahren zu ermöglichen. Wichtige Grundlage des Erfolgs sind mehr als fünfzig Jahre Branchenerfahrung und umfassendes Know-how in Microcontrollern, analogen Produkttechnologien (z.B. Sensoren) und RF für Drahtlos-Schnittstellen. Der Geschäftsbereich Security and Connectivity ist weltweiter Marktführer für sichere Verbindungen und Chiplösungen, die zum Schutz von Transaktionen und Identitäten von Menschen und Geräten eingesetzt werden. In Bank- und Kreditkarten, Ausweisdokumenten, im elektronischen Ticketing, in Zugangskontrollsystemen oder in Smart-Metering Systemen verschlüsseln die kontaktbasierten und kontaktlosen Spezialchips persönliche Daten und verhindern Manipulationen. Die MIFARE-Technologie von NXP optimiert in 650 Städten weltweit die Ticketing-Systeme im Öffentlichen Nahverkehr, und die von Sony und NXP erfundene Near Field Communication (NFC) Technologie wurde 2011 zum Standard-Feature für Smart Phones und Tablets. Da NXP auch Chips für die Reader-Infrastruktur herstellt, kann das Unternehmen komplette Lösungen anbieten und dabei gewährleisten, dass etwa Kreditkarten oder NFC-Telefone überall auf der Welt problemlos mit POS-Terminals interagieren können.

 

Mit dabei: Zwei große Trucks! Modernste Anwendungen zum Anfassen und Selbsterfahren
EBV Elektronik brachte an diesem Tag den NXP IoT Truck ins Saarland. Dort traf er auf den Technologieträger „mobiles EpiLab“ des Fraunhofer Instituts für Biomedizinische Technik IBMT. In diesen beiden Fahrzeugen hatten Besucher die Möglichkeit, neueste Technikanwebdungen aus den Bereichen Biotechnologie, BioMedizin- und Labortechnik selbst anzufassen und zu erfahren.Ebenfalls mit an Bord waren die EBV Development Tools MAREN und JAKARTA, die den Einstieg in die Welt des IoT aufzeigten und erheblich vereinfachen können.

 

„Mittelständler dürfen den Anschluss nicht verpassen“
Patrick Rosar von der saar.is verdeutlichte die Wichtigkeit von Innovationen gerade im Saarland. Durchschnittlich sollten 3% des BIP in F&E gehen. Im Saarland sind es nur 1,5%, ein Drittel des Bundesdurchschnitts. „Mittelständler dürfen den Anschluss nicht verpassen“, so sein dringender Appell.  Die IT sei der globale Treiber, der für die Umwälzung in den Betrieben verantwortlich sei und gleichzeitig das Instrument für die neuen Trends. „72% der KMU wissen um die Wichtigkeit einer Digitalisierungsstrategie, nur 55% haben eine“. healthcare.saarland sowie FuE intensiv von saar.is unterstützen Unternehmen beim Aufbau und der Finanzierung eines Innovationsmangements, und helfen bei der Suche nach Kooperationspartnern.

 

Smart Electronic Factory e.V., eine Informations- und Demonstrationsplattform für die Industrie 4.0
Seit 2014 macht sich die Firma Limtronik GmbH fit für Industrie 4.0. Sie ist Mitbegründer des Smart Electronic Factory e.V., eine Informations- und Demonstrationsplattform für die Industrie 4.0. Das Außergewöhnliche daran: Diese Evaluierungsumgebung ist in einer realen Elektronikfabrik implementiert. Verschiedene Software- und Hardware-Hersteller sowie universitäre Einrichtungen wirken in dieser Initiative aktiv mit. Zentrale Zielsetzung ist es, Industrie 4.0-Szenarien, mit Fokus auf mittelstandtaugliche Lösungen, in der realen Produktion von Unternehmen umzusetzen. „Wir möchten mit diesem langfristigen Projekt Maschinenprozesse leistungsfähiger gestalten und konkretere sowie rückkoppelungsfähige Aussagen über prozessspezifische Problemstellungen erhalten. So wird das zukünftige System nicht nur Fehler erfassen und über Qualitätsberichte dokumentieren, sondern vollautomatisch die Ursache evaluieren“, erklärt Gerd Ohl, Geschäftsführer von Limtronik. In der Praxis werden alle Informationen des Produktionsprozesses automatisiert in ein MES-System geladen. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten können so (nach Freigabe) eine Übersicht über alle Daten erhalten. In Zukunft wird noch ein EAP-System hinzugefügt, das noch weitere Möglichkeiten bietet, so wie beispielsweise automatisierte Bestellungen on demand, um Lagerkosten zu reduzieren.

 

Markus Michel ist Leiter des Geschäftsbereichs Labortechnologie am IBMT. Er äußerte sich am Rande der Veranstaltung:
„Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT ist als anwendungsorientierte FuE-Einrichtung in vielen Gebieten der Biotechnologie, Medizintechnik und Labortechnik federführend und richtungsweisend. Um mit neuen Forschungsansätzen und innovativen Entwicklungen erfolgreich zu sein, müssen die Bedarfe der Wirtschaft berücksichtigt und neue Marktentwicklungen erkannt werden. Die immer weiter voranschreitende Digitalisierung und die dafür notwendigen Elektronik- und Hardwarekomponenten sind auch am Fraunhofer IBMT wichtige Themenfelder. Veranstaltungen wie "Biomedical Engineering Goes Digital – IoT & Industrie 4.0 für Biomedizin- und Labortechnik" dienen uns dazu, zukunftsträchtige Technologien und Geräteentwicklungen gemeinsam mit der Industrie zu identifizieren bzw. deren Bedeutung für unsere eigenen Geschäftsbereiche herauszustellen. Zusammen mit unseren starken Partnern „Labor der Zukunft e. V.“ und „saar.is e. V.“ sowie den Industriepartnern EBV Elektronik und NXP konnte die Relevanz der Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Internet of Things, insbesondere in Hinblick auf Biotechnologie, Medizintechnik und Labortechnik einem breitem Publikum aus der Industrie nahe gebracht werden.“

 

 

Bildunterschrift:
v.l. Dr. Thomas Siemer (saar.is), Bernd Pfeil (Chef von EBV-Elektronik), Markus Michel (IBMT), Patrick Rosar (saar.is), Daniel Schmitt (IBMT), Jürgen Luckas (saar.is)


Ansprechpartner

Patrick Rosar

Innovationen

Tel.: 0681 9520-451

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: patrick.rosar@saaris.de

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