Investor steigt bei Kraftblock aus dem Uni-Starterzentrum ein

4. Februar 2019


Frank Thelen, der bekannte Gründer und Geschäftsführer der Risikokapital-Firma Freigeist Capital steigt bei dem Start-up-Unternehmen Kraftblock (früher Nebuma) ein. Diese Firma wurde vor vier Jahren von den Uni-Absolventen Martin Schichtel und Susanne König gegründet und hat seinen Sitz im Starterzentrum der Universität des Saarlandes. Das Start-up entwickelt und produziert mobile und stationäre Hochtemperatur-Speichersysteme für die Solarthermie und Photovoltaik sowie für Windkraftanlagen. Die gespeicherte Wärme kann genutzt werden, um Strom, Kälte oder Prozesswärme zu erzeugen.

 

Frank Thelen ist vielen bekannt als einer von fünf Investoren der Vox-Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“, in der junge Unternehmer versuchen, finanzkräftige Geldgeber von ihrer innovativen Geschäftsidee zu überzeugen. Frank Thelen und sein Team um Freigeist investieren hauptsächlich in Tech-Unternehmen wie Lilium Aviation (Flugtaxis), Neufund (ICO), und MyTaxi (Daimler). Der Investor wird sich mit 20 % an Kraftblock beteiligen und dazu beitragen, dass die neue Technologie rasch den Markt erobern kann. In dem neuen Speichermedium steckt jahrelange Forschungsarbeit von Firmengründer Martin Schichtel, der an der Universität des Saarlandes Chemie studiert hat und anschließend in der Saarbrücker Materialwissenschaft promovierte. Das von ihm entwickelte Granulat kann bis zu 1.300 Grad Celsius speichern. Es besteht zu 85 % aus Recycling-Material wie Hochofen-Schlacken. Das Speichergranulat wird in handelsübliche Container gepackt, die zwischen drei und zwölf Metern lang sind. Durch die einheitliche Größe und den modularen Aufbau lässt sich der Speicher kostengünstig produzieren und beliebig erweitern. Das Granulat ist zudem langlebiger als Lithium-Ionen-Batterien, um ein Vielfaches günstiger und umweltfreundlich.

 

Mit Hilfe von Investor Thelen soll das neue Speichermedium vor allem dafür verwendet werden, den erneuerbaren Energien zum Durchbruch zu verhelfen. Diese verursachen je nach Wetterlage große Stromschwankungen im europaweiten Netz. Diese könnten abgemildert werden, indem die mobil einsetzbaren Granulat-Container überschüssige Energie aus Windkraftanlagen und Photovoltaikflächen vorübergehend speichern. Das Speichersystem kann aber auch für die effektive Nutzung von Prozesswärme und viele andere Anwendungen eingesetzt werden. Bei der Vermarktung der neuen Technologie wird Martin Schichtel von Susanne König unterstützt, die an der Saar-Universität Betriebswirtschaftslehre studiert hat und dort auch ihre Doktorarbeit verfasst hat. Sie hat zudem langjährige Erfahrung als Finanzvorstand in einem internationalen Unternehmen.