Intelligente berührungslose Hilferuferkennung für zu Hause

26. November 2018


Das Fraunhofer IDMT in Oldenburg hat für die Schweizer CARU AG die Audiotechnologie und die Spracherkennung für das intelligente Hausnotrufsystem CARU Smart Sensor entwickelt. Je nach Anwendung ist es ein aufmerksamer Mitbewohner, ein Sicherheitssystem oder es trägt zur Prozessoptimierung von Dienstleistungen in der Pflege und darüber hinaus bei.

 

„Hilfe! – hilfe!“ Niemand möchte in die Situation geraten, um Hilfe rufen zu müssen. Und ebenso wenig wünscht man sich die Not für seine Mitmenschen. Sollte aber der Fall eintreten, dann möchte man sichergehen, dass der Ruf gehört wird – unter allen Umständen. Mit dem CARU Smart Sensor, der auch wie ein Hausnotrufsystem eingesetzt werden kann, werden mit lautbasierter Sprach- und Ereigniserkennung kritische Situationen erkannt und automatisch eine Telefonverbindung aufgebaut oder ein Notruf auslöst. Audioexperten und Entwickler von Spracherkennern des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Oldenburg haben daran mitgewirkt.

 

„Mit CARU habe wir eine sehr zuverlässig Sprach- und Hilferuferkennung entwickelt, die auch bei lauter Umgebung, zum Beispiel neben einem lauten Fernseher, funktioniert. Zuverlässig heißt für uns auch, dass möglichst keine Fehlerkennung stattfindet, die etwa Angehörige oder Pflegepersonal unnötig alarmieren würde“, stellt Dr.-Ing. Stefan Goetze, Gruppenleiter Automatische Spracherkennung am Fraunhofer IDMT in Oldenburg heraus.

 

Der CARU Smart Sensor wird in der Wohnumgebung aufgestellt und kann durch Sprachbefehle einen Notruf auslösen sowie eine Telefonverbindung zu einer Vertrauensperson herstellen. Er misst kontinuierlich verschiedene Raumparameter, lernt das Nutzerverhalten und erkennt Abweichungen. Je nach Anwendung ist das Gerät ein aufmerksamer Mitbewohner, ein Sicherheitssystem oder trägt zur Prozessoptimierung von Dienstleistungen bei. Die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Lebensqualität aller Beteiligten sollen so gesteigert werden. Um die Akzeptanz des neuen Notrufsystems sicherzustellen wurden professionelle Pflegekräfte, Patienten und Angehörige in den Entwicklungsprozess eingebunden.

 

Mit der Entwicklung und Integration einer hochsensitiven Mikrofontechnologie hat das Fraunhofer IDMT zusätzlich die Voraussetzungen für eine sehr robuste Sprachsteuerung und gute Telefonqualität im Freisprechbetrieb geschaffen. Hinzu kommen die gute Klangqualität und Sprachverständlichkeit, für die ebenfalls die Ingenieure aus Oldenburg verantwortlich sind.

 

Weitere Informationen auf http://idw-online.de/de/news706516.