INGE: Integration und Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen

11. Februar 2019


Der Bedarf an Fachkräften in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft ist derzeit größer als das am deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Angebot. Im Hinblick auf die berufliche Integration von zugewanderten Menschen und den Fachkräftemangel in der Gesundheitswirtschaft wurde von saaris in 2018 ein Setting von allgemein übertragbaren Integrationsinstrumenten und Unterstützungsstrukturen entwickelt – die an vorhandene regionale Teilprojekte anschließen.

 

Ziel ist die berufliche Integration von Zugewanderten sowie die Sicherstellung der medizinisch/pflegerischen Versorgung in den Einrichtungen des Pflege- und Gesundheitssystems. Die grundsätzliche Ausrichtung des Modellprojektes wird vom Bundesministerium für Gesundheit und vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes unterstützt.

 

Durch das Modellprojekt Integration und Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen (INGE) ergeben sich auch für das Saarland erhebliche Vorteile, wie etwa bei der Bewältigung des Fachkräftebedarfs in der regionalen Gesundheitswirtschaft bzw. dem politischen Imagegewinn durch diese bundesweit beispielgebende Initiative. Die Projektlaufzeit beträgt vier Jahre.

 

Die übergeordnete Zielsetzung:

 

  • Identifizierung/Gewinnung von Personen mit medizinischen Qualifikationen und Interessen
  • Stärkung der fach- und umgangssprachlichen Kompetenzen
  • Beschleunigung und Steigerung der Effizienz der Berufsanerkennungsverfahren
  • Vermittlung von Personen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt des Gesundheitswesens

 

Die Umsetzung dieses Ausbildungs- und Berufseinmündungskonzeptes in der Alten-, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Medizin erfolgt in Kooperation mit unterschied¬lichen saarländischen Trägern bzw. Institutionen, wie z. B. Diakonisches Werk an der Saar, Caritasverband für Saarbrücken und Umgebung e. V., Saarland Heilstätten GmbH / Berufsakademie für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland (BAGSS), IHK Saarland, IQ Landesnetzwerk Saarland. saaris selbst wird nicht als Ausbildungsträger fungieren, sondern sich im Rahmen der Qualifizierungs-, Unterstützungs- und Ausbildungsmaßnahmen auf inhaltlich-konzeptioneller und koordinierender Ebene sowie im Rahmen der Evaluierung einbringen. Insbesondere wird sich saaris im Hinblick auf die Bereitstellung und Finanzierung der notwendigen ausbildungsbegleitenden und integrationsunterstützenden Hilfen engagieren.

 

Die Module richten sich zunächst an Personen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund. Mit Blick auf die Vermeidung von Inländer-Diskriminierung, aber auch der didaktischen Vorteile kulturell gemischter Lerngruppen, sollen die Angebote der vorgelegten Ausbildungs-und Berufseinmündungsstrategien auch für inländische Personen zur Verfügung stehen.

 

Erste Fachtagung in Berlin
Mit spannenden Vorträgen und tiefgehenden Diskussionen fand am 27. November 2018 die erste bundesweite Fachtagung zum Thema „Zuwanderung als Patentlösung für die Fachkräftesicherung im deutschen Gesundheitswesen?“ in Berlin, statt. Im Rahmen des Projekts standen weitere Fragen im Mittelpunkt der Fachtagung: Sind Fachkräfte aus dem Ausland dafür der richtige Weg? Und wie kann hier eine erfolgreiche Integration gelingen? Zielgruppen waren Stakeholder aus der Pflege- und Gesundheitswirtschaft sowie der Integrationsarbeit. Im Rahmen der begleitenden Ausstellung zur Fachtagung konnten sich Unternehmen und Institutionen präsentieren, die sich in der Fachkräftesicherung engagieren. Die Organisation der Fachtagung erfolgte durch saaris in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit. Weitere Fachtagungen sind zur Präsentation und Diskussion von Zwischen- und Endergebnissen Anfang 2020 und Ende des Jahres 2021 in Berlin geplant.


Ansprechpartner

Christoph Pietz

Projektmanagement

Tel.: 0681 9520-446

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: christoph.pietz@saaris.de 

Auf dem Podium in Berlin: 3. von links Alfons Vogtel (Geschäftsführer der Saarland Heilstätten GmbH), 3. von rechts Christoph Pietz (saaris). Foto: Andrew Grauman

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