„Informatics“ einer von vier Schlüsselbereichen der saarländischen Innovationsstrategie

Das Saarland geht innovativ in die Zukunft. Nach 2001, 2007 und 2015 hat heute der Ministerrat die Aktualisierung der dritten und noch bis 2023 gültigen Auflage der saarländischen Innovationsstrategie beschlossen.

 

14. Dezember 2021


„Mit der Aktualisierung unserer bisherigen Strategie machen wir unsere Innovationspolitik weiter zukunftsfest. Der heutige Ministerratsbeschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt in die Zukunft, um den immer neuen Herausforderungen des Strukturwandels gerecht zu werden und um auch so einschneidenden Ereignissen, wie zum Beispiel der Corona-Pandemie, begegnen zu können. 2001 haben wir im Saarland als erstes Bundesland eine Innovationsstrategie auf den Weg gebracht und waren damit Vorreiter auf diesem Gebiet. In diesen zwanzig Jahren ist es uns gelungen, zielgerichtet und erfolgreich die technologische Weiterentwicklung unseres Landes voranzutreiben“, sagt Ministerpräsident Tobias Hans in der heutigen Landespressekonferenz.
Mit der neuen StrategiePlus werden die Innovationsthemen des Saarlandes weiter konkretisiert und die kontinuierlich aufgebauten Schlüsselbereiche ‚Informatics‘, ‚Smart Production & Automotive‘ und ‚Life Science & Material Science‘ konsequent weiterentwickelt.
„Der Erfolg zeigt: Wir haben mit unserer nachhaltigen Innovationspolitik in den letzten zwei Jahrzehnten die Weichen richtig gestellt. Heute verfügen wir über eine breit aufgestellte wissenschaftliche Exzellenz mit entsprechenden Forschungskapazitäten auf internationalem Spitzenniveau. Damit verbunden sind Themen, die für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Saarlandes entscheidend sind. Denn Themen, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Elektro- und Wasserstoffantriebe, autonomes Fahren und smarte Verkehrssysteme, energetische Speichertechnologien wie Batteriezellen, neue Materialien oder die Suche nach neuen medizinischen Wirkstoffen, gehören zu den Schlüsseltechnologien der Zukunft. Hier haben wir unsere Stärken, um unsere Innovationspotenziale aus neuen und traditionellen Branchen nicht nur weiter zu entwickeln, sondern uns national und international weiter erfolgreich zu positionieren“, so Ministerpräsident Hans.
Um die Ziele der Innovationsstrategie zu erreichen, setzt die Landesregierung auf starke Hochschulen, eine exzellente außeruniversitäre Forschung sowie einen funktionierenden Wissens- und Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Praxis.
Zu den zentralen Maßnahmen in den Schlüsselbereichen der neuen StrategiePlus (2021–2023) gehören zum Beispiel der weitere Ausbau des CISPA Helmholtz-Zentrums für Informationssicherheit, der Innovationcampus für KI und Cybersicherheit in St. Ingbert, die Weiterentwicklung des DFKI am Standort Saarbrücken, die Erschließung des Zukunftsbereiches Sensor-Intelligenz durch die beiden Fraunhofer-Institute für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) und für Biomedizinische Technik (IBMT) und der weitere räumliche Ausbau sowie die inhaltliche Weiterentwicklung des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung. Im Bereich des Technologietransfers zählen dazu insbesondere das Innovation-Center auf dem Campus der Universität sowie die Neuausrichtung der Projekte der Technologietransferstellen.
Tobias Hans: „Dies sind für uns zentrale Handlungsfelder zur Steigerung der Innovationsfähigkeit und zur Bewältigung des Strukturwandels. Wir wollen in unserer Entwicklung nicht stehen bleiben, sondern wir müssen ständig auf neue Herausforderungen reagieren und Lösungen für unser Land finden. Die Innovationsstrategie bildet dafür den Rahmen, um kreativ in die Zukunft unseres Landes zu investieren.“
Neben den innovationspolitischen Zielen der Landesregierung ist der heutige Ministerratsbeschluss zudem eine wichtige Voraussetzung für den offiziellen Genehmigungsprozess des EFRE-Programms Saarland 2021–2027 im Ziel „Investitionen in Beschäftigung und Wachstum“ durch die EU-Kommission.
 
Eckpunkte der neuen StrategiePlus 2021–2023


Mit der Aktualisierung der derzeit noch gültigen „Strategie für Innovation und Technologie Saarland (2016–2023) wird das saarländische Innovationssystem insgesamt weiter gestärkt, indem die Themenschwerpunkte und die Ziele in den Schlüsselbereichen „Informatics“, „Smart Production & Automotive“ und „Life Science & Material Science“ fortentwickelt werden. Der Aktualisierungsprozess wurde in einem mehrstufigen Bewertungsverfahren, bestehend aus einer Analyse des Innovationsökosystems und der strukturbestimmenden Schlüsselbereiche, durchgeführt. Aufbauend auf den Ergebnissen und ergänzt durch ein Strategie-Review unter Einbindung zentraler saarländischer Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Transfersystem und Verwaltung wurden die Handlungsfelder der Strategie weiter ausgearbeitet. Ein zentrales Ergebnis der Aktualisierung ist die Betonung der bestehenden Schlüsselbereiche für die zukünftige Innovationspolitik im Saarland.
Die in den nachfolgenden drei Schlüsselbereichen der StrategiePlus 2021–2023 genannten Themen stellen den Rahmen dar, in dem sich zukünftige Maßnahmen und Projekte der saarländischen Innovationsakteure aus Wissenschaft und Wirtschaft bewegen sollen.


– Informatics

Hier soll das Saarland weiterhin in der Champions League mitspielen und seine Kompetenzen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz sowie der Cybersicherheit gezielt weiter stärken. Zu den gegenwärtigen und perspektivischen Themen mit Anwendungsfeldern, die sich durch die hohen anwendungsorientierten Forschungs- und Entwicklungskompetenzen in Wissenschaft und Wirtschaft ergeben, gehören u. a.: Cybersecurity, Künstliche Intelligenz, Extended Realities und Quantentechnologie.


– Smart Production & Automotive
Dieser Schwerpunktbereich umfasst Zukunftsthemen in den Anwendungsfeldern Mobilität der Zukunft (u. a. Elektro- und Wasserstoffantriebe, smarte Verkehrssysteme, Batteriezellen), Robotik und Mensch-Maschine-Interaktionen (u. a Industrieroboter, Autonomes Fahren) sowie intelligente Sensorsysteme, Werkstoffe und Materialien (u. a. Sensorik in der Produktion, Funktionswerkstoffe, Grenzflächenmaterialien, Grüner Stahl).


– Life Science & Material Science

Gerade bei der Bekämpfung der aktuellen Corona-Pandemie zeigt sich die Wichtigkeit dieses Schlüsselbereichs. Bei der Suche nach neuen Wirkstoffen für die Anwendung am Menschen leistet die Forschung im Saarland national und international einen herausragenden Beitrag. Zu den Potenzialthemen mit Anwendungsfeldern gehören u. a.: Pharmazie, Biomaterialien, Biomedizin und -chemie und Medizintechnik.


Die Schnelllebigkeit von Innovationen sowie die Fähigkeit, schnell und effizient auf gesellschaftspolitische Herausforderungen reagieren zu können, macht flexible und anpassungsfähige Strukturen und Akteure des Innovationssystems erforderlich. Daher werden mit dem Aufbau einer zusätzlichen flexiblen Governance-Struktur relevante Stakeholder in die Entwicklung und Umsetzung im Saarland einbezogen. Diese dynamische Ausgestaltung wurde auch bei der Entwicklung eines Monitoring- und Evaluationssystems aufgegriffen, um die Umsetzung der Maßnahmen in den Schlüsselbereichen sicherzustellen.
Die Erkenntnisse des Aktualisierungsprozesses werden vor dem Hintergrund des EFRE-Förderzeitraumes und der Ende 2023 auslaufenden aktuellen Innovationsstrategie für die dann erforderliche Neuauflage der Strategie ab dem Jahr 2024 berücksichtigt, um Prozesse und Wirkungen zu überprüfen und mit in die strategischen Prozesse aufzunehmen.