htw saar: Partner der Wirtschaft

6. Mai 2019


Herr Professor Leonhard, das Saarland steht erneut vor einem Strukturwandel. Es geht um Digitalisierung, demographische Entwicklung und die zukünftige Mobilität. Wie kann sich die htw saar mit einbringen?
Die htw saar hat mit dem Leistungsspektrum ihrer vier Fakultäten für die anstehen¬den Aufgaben im Saarland die grundlegend richtige fachliche Ausrichtung. Bei unseren Ingenieurwissenschaften steht ein Generationswechsel an: Wir können so unser Profil am künftigen Bedarf des Strukturwandels schärfen und weiterentwickeln. Nach meiner Überzeugung liegen die großen Aufgaben in Zukunft stärker an den Schnittstellen der klassischen Disziplinen untereinander. Leitthema wird aus meiner Sicht der Bereich vernetzte, autonome Systeme werden, gleich ob zur Fortbewegung, zur Fertigung, zur Pflege, zur psychologischen Betreuung oder zur Diagnose. Auch Produkte aus neuen Materialien oder angepasste Gebäude und Stadtteile – Stichwort Smart Cities – sind in diesem Zusammenhang relevant. Das wiederum funktioniert nur auf Basis sicherer Kommunikation. Wir brauchen Expertinnen und Experten, die sich mit der Sicherheit der zunehmend vernetzten Systeme befassen. Solche Themen müssen und werden sich in einem zukunftsorientierten Studienangebot widerspiegeln.

Sie sind der Meinung, dass sich immer noch viel zu wenige Studenten selbständig machen. Wie wollen Sie die Quote erhöhen?
Nur ein Bruchteil der Studierenden in Deutschland insgesamt will derzeit selbständig werden. Davon lassen wir uns nicht entmutigen. Die htw saar ist in der Existenzgründungsberatung, z. B. mit dem Förderprogramm EXIST, bereits heute sehr erfolgreich. Das zeigen die jüngsten Ausgründungen aus der Hochschule heraus. Wenn es uns in Zukunft gelingt, diese Erfolgsgeschichten und die großen Chancen und Vorteile, die eine Selbständigkeit bietet, sichtbar zu machen, haben wir viel gewonnen. Selbstverständlich gehört auch fachliches Handwerkzeug und Know-how dazu. Moderne Methoden wie Design Thinking oder Maker Space finden immer mehr Eingang in die Lehre, viele Professorinnen und Professoren unterstützen ihre Studierenden bei der Gründung. Ich werde diese Entwicklung an der Hochschule tatkräftig fördern.

Wie sehen Sie die zukünftige Zusammenarbeit zwischen htw saar und Wirtschaft? Wie stellen Sie sich das Saarland im Jahr 2030 vor?
Die htw saar ist der Partner der Wirtschaft. Sie verfügt aufgrund ihrer praxisorientierten Lehre und der studentischen Praxisphasen über sehr viele sehr gut ausgebaute Kontakte in die Region. Eine Herausforderung ist die im Bundesvergleich geringere FuE-Investition aus der regionalen saarländischen Wirtschaft. Der Strukturwandel kann nach meiner Überzeugung nur gelingen, wenn jeder Betrieb, jeder Handwerker, jeder Dienstleister – auch und gerade kleine und mittlere Unternehmen – über modernste Fertigung, Materialien und digitale Geschäftsprozesse verfügt. Ich sehe in der htw saar einen wichtigen Akteur, um dies zu realisieren. Gelingt uns das, ist das Saarland auch weit über 2030 hinaus für Zukunftsaufgaben bestens gerüstet.


Ansprechpartner

Tatjana Kares

Presse / Redaktion

Tel.: 0681 9520-476

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: tatjana.kares@saaris.de

Prof. Dr.-Ing. Dieter Leonhard, Präsident der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar)