Hoffnung auf Fachkräfte: neue Ideen durch saaris-Workshop

22. Oktober 2018


Martin Bost ist Geschäftsführer der Rohrbacher G. Lang GmbH. Sein Problem: eine Riesenlücke an Fachkräften, die dazu führen wird, dass er seine Aufträge nicht mehr stemmen kann. Der Ingenieur hat schon vieles ausprobiert. Bisher ohne Erfolg. Vom saaris-Praxis-Workshop „Personalmarketing ‚um die Ecke gedacht‘ – Wie erreiche ich meine Zielgruppe?“ versprach er sich neue Ideen.

 

Die G. Lang GmbH sucht wie viele händeringend Azubis. Lehrstellenbörsen und ähnliches waren bisher nicht erfolgreich, obwohl die Mitarbeiter, wenn sie den Betrieb erst einmal kennen, dort sehr gerne bleiben. Das neue saaris-Workshop-Format macht Hoffnung. Dazu erfolgte zunächst ein Brainstorming, bei dem die Teilnehmer auf die Fragen „Was tun wir?“, „Erfolg?“ und „Mein Problem?“ antworten mussten. Für Martin Bost und viele weitere Teilnehmer liegt das Problem im demografischen Wandel und in mangelnder Bildung: „Vor sieben oder acht Jahren gab es noch viele qualifizierte Arbeitssuchende. Heute ist nicht nur die Zahl der Arbeitslosen gesunken, sondern auch die Qualität der schulischen Ausbildung.“ Viele KMU könnten auch mit den Löhnen in der Industrie nicht mithalten.

 

Zielgruppe erreichen, Botschaft optimieren
Die Bestandsaufnahme hat gezeigt: Unternehmen tun viel, aber es fruchtet nicht. Inserate in Tageszeitungen und Jobbörsen oder die Teilnahme an Messen sind teuer, aber bleiben wirkungslos. Daher warb Dr. Christoph Esser von saaris dafür, zunächst den Zugang zur Zielgruppe zu finden, an der Botschaft zu arbeiten, auch mal an verrückte Dinge zu denken. Denn die Ansprüche der jüngeren Generation haben sich geändert. Stichwort Digitalisierung.

 

Vorteile kommunizieren
Der Arbeitsmarkt hat sich gedreht: Firmen suchen Bewerber, nicht umgekehrt. Deshalb sei es für kleine und mittlere Unternehmen besonders wichtig, sich zu verkaufen und die gewünschte Zielgruppe emotional anzusprechen, so Esser. Mitarbeiter zu werben heiße, die Vorteile eindeutig zu kommunizieren, wie etwa Familienfreundlichkeit, Zusatzleistungen oder die Möglichkeiten einer Weiterbildung. Darin sieht auch Martin Bost eine Chance. Die G. Lang GmbH hat eine „gute Trefferquote“ bei ihren Azubis, die, wenn sie erst einmal im Betrieb sind, die Qualität der Ausbildung zum Meister oder Techniker schätzen lernen.

 

Günstige Alternative: Social Media-Kanäle
Ist die gewünschte Zielgruppe gefunden, gilt es, an der Botschaft zu arbeiten. Um die Ecke gedacht – statt der klassischen Stellenanzeige „Wir suchen...“ eine Imageanzeige oder ein Firmenporträt in das passende Medium bringen, wo auf kreative Weise konkrete Vorstellungen über den künftigen Mitarbeiter und Arbeitgebervorteile kommuniziert werden. „Einen perfekten Weg gibt es nicht“, so Esser. Je nach Branche und Zielgruppe gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie den persönlichen Kontakt und Empfehlungsmarketing auf Jobmessen, in Schulen, im privaten und beruflichen Umfeld. Beliebt und rentabel ist die Stellensuche über Facebook, da die Plattform generationenübergreifend genutzt wird, eine kostengünstige Alternative zu Tageszeitungen ist und Unternehmer die Zielgruppe genau bestimmen können. Aber auch in Social Media-Kanälen gilt: Weniger ist mehr! Um die Ecke denken, kreativ sein.

 

Saarland-Marketing: Regionale Jobbörse
Zum Schluss verwies Christoph Esser auf die Regionale Jobbörse des Saarland-Marketings, eine Plattform, auf der kleine und mittlere Unternehmen eigene Stellenanzeigen schalten, auf über 1.018 Bewerberprofile zugreifen und sich mit Fachkräften und Hochschulabsolventen austauschen können. Was hat der Workshop gebracht? Martin Bost ist optimistisch. Gerade in der Vermittlung von Arbeitgeberattraktivität sieht er eine gute Möglichkeit.


Ansprechpartner

Dr. Christoph Esser

Fachkräftesicherung

Tel.: 0681 9520-440

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: christoph.esser@saaris.de