Healthcare-Kooperation: Nachhaltige Steigerung der Wertschöpfung

Mit einer Anteilübernahme des Forschungsunternehmens PharmBioTec durch den Saarbrücker Pharma-Lohnhersteller Topmedicare wird es für beide Unternehmen einfacher, sich Zugang zum schwer umkämpften Pharmamarkt zu verschaffen. Beide profitieren von healthcare.saarland.

 

11. März 2020


Die Rahmenbedingungen auf dem Pharmamarkt werden schwieriger, die Bürokratiehürden nehmen weiter zu. Die Lösung aus dem Dilemma für kleine und mittlere Unternehmen: Zusatzangebote schaffen, Nischen besetzen, personalisierte Therapien entwickeln. Diesen Weg geht der Apotheker Dr. Fritz Trennheuser seit Jahren konsequent. Heute ist er Komplettversorger für Praxen und Hersteller von Injektionen und Infusionen sowie Dienstleister für die Industrie. Sein Ziel: Alles aus einer Hand. Sein Part: Lohnherstellung kleiner Chargen nach GMP und Unterstützung bis hin zur Zulassung neuer, innovativer Produkte. Durch die mehrheitliche Anteilübernahme des im Science Park an der Universität des Saarlandes ansässigen Forschungsunternehmens PharmBioTec GmbH durch die Topmedicare GmbH wird ihm dieser Schritt gelingen: „Die 2010 von den Pharmazie-Professoren Rolf Müller, Claus-Michael Lehr und Rolf Hartmann gegründete PharmBioTec ist auf die Entwicklung und Qualitätsprüfung neuer Produkte spezialisiert. Sie synthetisiert unter anderem Wirkstoffe und testet diese auf ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit. Das passt perfekt. Die Verknüpfung von Forschung und Marktnähe macht uns beiden den Zugang zum Markt einfacher“, so Trennheuser. Auch der Geschäftsführer von PharmBioTec, Dr. Henrik Groß, sieht die Wertschöpfungskette von A-Z in einer Hand als Win-Win-Situation: „Die Kooperation gibt uns vollkommen neue Möglichkeiten. Hinter unserem gemeinsamen Tun steht nun konsequent die Frage: Was können wir gemeinsam zusätzlich machen?“

 

Ziel: Gemeinsam kleine Chargen prüfen und herstellen

Mit was können die beiden KMU nun gemeinsam punkten? „Unsere Stärken sind sehr hohe Qualitätsstandards, eine große Flexibilität, garantierte Zuverlässigkeit und natürlich die starke Kunden- bzw. Marktnähe,“ so Trennheuser. In Zukunft möchten beide Unternehmen gemeinsam und kontinuierlich Lohnherstellungen von Chargen bis 100 Liter Ansatz durchführen und die Industrie, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, unterstützen, ihre innovativen Produkte bis zur Marktreife zu entwickeln. Gesucht werden also innovative Unternehmen, die neue Produkte entwickelt haben oder spezifische Problemstellungen bearbeiten und sich mit Topmedicare und PharmBioTec gemeinsam auf den weiteren Weg bis zur Herstellung und danach machen. Gemeinsam stehen ihnen hierfür in Saarbrücken ca. 170 Mitarbeiter zur Seite. In Zukunft möchten beide Betriebe noch näher zusammenrücken und suchen bereits nach einem gemeinsamen Standort, beispielsweise um auch größere Chargen in weiteren Segmenten wie Lyophilisation und anderen Nischen anbieten zu können.

 

Unterstützung durch regionale Netzwerke wie healthcare. saarland

Ganz besonders profitierten beide Unternehmen bisher von regionalen Firmennetzwerken. Die Veranstaltungen, das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch untereinander führte beide schon zu Projekten, die immer wieder auch neue Kooperationspartner und wirtschaftlichen Erfolg mit sich brachten. Die Programme in der Projektförderung passen für die Unternehmer Trennheuser und Groß. Die Projektträger arbeiten sehr geradlinig und helfen bei der Gestaltung der Projekte. „Manchmal wünschten wir uns dagegen etwas mehr individuelle und Rat gebende Betreuung seitens der für uns verantwortlichen Behörden,“ so die beiden einmütig, „die in solchen Projekten nicht nur die Risiken sondern auch die Chancen sehen sollten.“


v.l. Dr. Henrik Groß (GF PharmBioTec), Dr. Fritz Trennheuser (Inhaber Topmedicare), Dr. Thomas Siemer (saaris)