Gesellschaftliche Verantwortung in saarländischen Unternehmen

7. Juli 2014


FBO im Interview

Die Übernahme einer gesellschaftlichen Verantwortung kann auch für Marketing-Unternehmen von Vorteil sein. David Eckstein vom saar.is-Projekt Corporate Social Responsibility (CSR) sprach mit Martin Oberhauser, geschäftsführender Gesellschafter der FBO – Agentur für Marketing und Neue Medien, Saarbrücken.

Eckstein: "Herr Oberhauser, die Saarland-Marketing-Kampagne sorgt gerade für viel Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Doch über die eigentlichen Köpfe hinter solchen Kampagnen und den Wirkungskreis der Agenturen erfährt man recht wenig. FBO übernimmt mit ihrem Engagement, beispielsweise bei der Kinderkrebshilfe Saar, bereits sehr viel gesellschaftliche Verantwortung. Gibt es noch andere Bereiche, in denen Sie und Ihre Mitarbeiter sich engagieren?"

Oberhauser: "Ja, in vielen weiteren Projekten. Wir sind zum Beispiel Mitbegründer der Initiative „Auf gute Geschäfte“, ein Marktplatz für Unternehmen und Gemeinnützige, die auch durch die Landeshauptstadt und den Regionalverband Saarbrücken unterstützt wird. Zusätzlich engagieren wir uns für das AWO Familienzentrum in Burbach, eine Kollegin kümmert sich um grenzüberschreitende soziale und kulturelle Projekte, um nur die Wichtigsten zu nennen. Außerdem waren wir über 15 Jahre Sponsor des Saarspektakels und des Kinderfests im DFG. Für uns besonders wichtig: Gesellschaftliche Verantwortung hat natürlich auch etwas mit unseren Mitarbeitern zu tun. So sind flexible Arbeitszeiten besonders für Mütter mit Kindern eine Selbstverständlichkeit. Denn zufriedene Mitarbeiter haben einfach mehr Spaß an der Arbeit, was uns sehr zugute kommt."

Eckstein: "Bei der Recherche habe ich keinerlei Informationen über Ihr Engagement auf Ihrer Internetseite gefunden. Gerade dies würde man von einem Marketingunternehmen erwarten. Gibt es einen bestimmten Grund, warum Sie Ihr Engagement nicht der Öffentlichkeit und den Kunden präsentieren?"

Oberhauser: "Wir engagieren uns in erster Linie, um andere Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Das bringt uns und unsere Mitarbeiter vor allem menschlich weiter. Ein gutes Beispiel ist die Kinderkrebshilfe Saar. Wir haben es hier mit Schicksalen zu tun, damit muss man sehr sensibel umgehen, daraus möchten wir auf keinen Fall „werbliches Kapital“ schlagen. Ganz so „selbstlos“ sind wir allerdings nicht. Auf unserer neuen Internetseite, Navigationspunkt „Über den Tellerrand“, kann man einige Details über unser Engagement nachlesen. Einfach mal reinklicken unter www.fbo.de."

Eckstein: "Ein Kunde aus der Wirtschaft wünscht ein Marketingkonzept zur Bewerbung seines Engagements nach außen. Zu welchen Mitteln würden Sie ihm raten?"

Oberhauser: "Er sollte zu einem ganz einfachen Mittel greifen, nämlich zum Telefonhörer und uns anrufen, weil es bei uns keine Patentlösungen oder Produkte von der Stange gibt. Individuelle Wege sind hier gefragt und dafür nehmen wir uns gerne ein wenig Zeit!"

Eckstein: "War Ihr Engagement schon nützlich im Tagesgeschäft?"

Oberhauser: "Ja und nein. Eins vorweg: Wer CSR als reines Akquiseinstrument benutzen möchte, um rasch an das ein oder andere Geschäft zu kommen, soll es bleiben lassen. Man muss sich aus menschlicher Überzeugung engagieren und nicht aus geschäftlich-taktischem Kalkül. Damit zahlt man tagtäglich in seine Unternehmenskultur ein, was langsam - aber stetig das gute Image eines Unternehmens fördert. Diese Soft Facts werden bei Geschäftspartnern immer wichtiger und letztendlich auch ein nicht zu unterschätzendes Entscheidungskriterium bei zukünftigen Auftragsvergaben."