Frank Mücklich in Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gewählt

15. Januar 2018


Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Leiter des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS), wurde als Mitglied in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) gewählt. Die Akademie nimmt Forscher aufgrund ihrer herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf. Die derzeit rund 500 Wissenschaftler beraten Vertreter aus Politik und Wirtschaft über Zukunftsfragen aus der Welt der Technologie. Die Themenpalette reicht von der Energieversorgung über die Digitalisierung und Industrie 4.0 bis hin zur Technikkommunikation.

 

Mit der Aufnahme als Mitglied würdigt die Akademie den wissenschaftlichen Erfolg des Materialforschers. Frank Mücklich widmet sich an der Universität des Saarlandes vor allem der räumlichen Analyse von Materialien. „Bisher wissen Entwicklungsingenieure in der Industrie oft nicht genau, welcher Mechanismus in der inneren Struktur eines Hochleistungswerkstoffs eine gewünschte Eigenschaft steuert. Mit unseren 3D-Analysetechniken können wir nun alle Veränderungen dieser inneren Struktur von Materialien quantitativ darstellen“, erläutert Frank Mücklich, der auch das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik auf dem Uni-Campus leitet. „Wir erkennen dadurch auf der Mikro-, Nano- und atomaren Skala, an welcher Stellschraube man drehen muss, um die Funktionseigenschaften eines Werkstoffs gezielt und quantitativ zu verändern.“

 

Für die Materialanalysen nutzen der Saarbrücker Forscher und sein Team verschiedene dreidimensionale Verfahren, die sie in den vergangenen Jahren verfeinert und eng aufeinander abgestimmt haben. „Wir setzen dafür hochauflösende Elektronenmikroskope sowie die Nano-Tomographie und Atomsonden-Tomographie ein. Die dabei erfassten Informationen und Bildserien werden anschließend im Computer wieder zum exakten räumlichen Abbild zusammengefügt – bis hin zum einzelnen Atom“, erläutert Professor Mücklich. Für das Design solcher Strukturen auf Oberflächen verwendet der Materialforscher eine neuartige Technik, das so genannte Laserinterferenz-Verfahren. Damit lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes „blitzschnell“ großflächig mikroskopische Muster erzeugen, die die Oberflächeneigenschaften steuern. Dies ist beispielsweise für die Reibung und den Verschleiß und damit die Lebensdauer der Bauteile von großer Bedeutung.

 

Saarländische Forscher in der Akademie der Technikwissenschaften

 

Neben Frank Mücklich wurde jetzt auch Philipp Slusallek, Informatik-Professor der Saar-Uni, in seiner Funktion als wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) neu in die Akademie gewählt. Aus dem Saarland sind dort außerdem folgende Professoren vertreten: Michael Backes, Informatik-Professor der Saar-Uni und Gründungsdirektor des Helmholtz-Zentrums für IT-Sicherheit CISPA, Kurt Mehlhorn, wissenschaftlicher Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik und Rolf Müller, geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutischen Forschung (HIPS).

 

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