Fisch aus dem Schiff oder das nächste Leben eines Öltankers

30. Oktober 2017


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatte den Ideenwettbewerb „Neue Produkte für die Bioökonomie“ ausgeschrieben. Die htw saar bewarb sich mit der Idee „Schiffaquakultur“ und erhielt eine Förderung für eine erste Sondierungsphase. In Zusammenarbeit mit Schiffsbauexperten aus Kiel entwickelt und prüft das htw-Institut für Physikalische Prozesstechnik jetzt einen neuen Weg für die Lebensmittelproduktion. In der Ideenskizze von Prof. Dr. Uwe Waller ersetzen ausrangierte Öltanker Netzkäfige.

 

Krankheiten und Parasiten sind in der Küstenaquakultur ein Problem, das große Kosten verursacht. Als Reaktion verlagert sich Küstenaquakultur an Land in Kreislaufanlagen. Der immer zunehmenden Nachfrage wird die landbasierte Aquakultur allerdings nicht gewachsen sein.

 

Die engmaschige Vernetzung der Hochschule in der Forschung und Entwicklung führt dazu, dass auch scheinbar unabhängige Fakten miteinander verknüpft und zu einer Idee kondensiert werden. Fakt ist, dass seit 2008 die Schifffahrt in einer Krise steckt. Hunderte alter Öltanker werden auf dem Weltmarkt nicht mehr gebraucht. Sie können günstig erworben und für die Aquakultur umgebaut werden. Die für die Aquakultur umgebauten Schiffe können in Meeresgebieten mit geeigneter Wasserqualität operieren.

 

Das Meerwasser wird, so die Idee, direkt in die Produktion eingespeist. Futter und Hilfsstoffe für den Produktionszyklus werden in Containern an Bord vorgehalten. Sobald fertig produziert ist, laufen die Schiffe ihren Zielhafen an. Schiffe sind die energieeffizientesten und umschlagstärksten Transportsysteme der Welt und, wie sich jetzt schon zeigt, auch noch eine geeignete Plattform für die Aquakultur. Frischer Fisch direkt vom Schiff auf den Tisch!

 

In einer ersten Sondierungsphase wird bis Ende des Jahres der technische und wirtschaftliche Lösungsweg evaluiert.