EU-Raum ist Exportregion Nr. 1 für den Mittelstand

10. Juli 2019


Für den Mittelstand in Deutschland stellt der europäische Binnenmarkt die wichtigste Exportregion dar: Von den rund 345.000 kleinen und mittleren Exportunternehmen (KMU) verkauften 68,7 % im Jahr 2017 sowohl Waren innerhalb der EU als auch in Drittländer – und 34,5 % von ihnen ausschließlich in den EU-Raum. Gut jeden fünften Euro des Gesamtumsatzes setzten zudem die großen Familienunternehmen in 2015 nach eigenen Angaben im europäischen Binnenmarkt um.

"Der Mittelstand in Deutschland profitiert im großen Ausmaß von den Rahmenbedingungen des europäischen Binnenmarktes, wie beispielsweise vom freien Handel. Für die mittelständischen Unternehmen ist die Stabilität des Staatenbundes daher von großer Bedeutung", berichtet Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen). Das IfM Bonn definiert den Mittelstand durch die Einheit von Eigentum und Leitung. Entsprechend zählen kleine und mittlere Unternehmen zum Mittelstand, wenn sie in keiner Abhängigkeit zu einem anderen Unternehmen stehen. Zugleich zählen aber auch große Familienunternehmen zum Mittelstand, wenn mindestens 50 % der Unternehmensanteile in den Händen der Eigentümer liegen und sie der Geschäftsführung angehören.

Verglichen mit den kleinen und mittleren Unternehmen in den EU-Nachbarstaaten, sind die KMU in Deutschland größer: Im Durchschnitt beschäftigen sie 7,5 Mitarbeiter. Europaweit liegt die durchschnittliche Beschäftigtenzahl bei 3,9 Mitarbeitern.

Allerdings ist die KMU-Unternehmensdichte hierzulande deutlich niedriger als in den anderen EU-Mitgliedsstaaten: Während sich in Deutschland knapp 3.000 KMU auf 100.000 Einwohner finden, sind es im EU-Durchschnitt fast 4.800. Besonders hoch ist die KMU-Dichte in der Tschechischen Republik (9.700 KMU), in Portugal (8.400 KMU) und in der Slowakei (8.000 KMU).

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