Erst Schulung, dann Job: saar.is unterstützt Migranten und Betriebe

4. Oktober 2016


Janusz Kubica ist Pole und lebt seit 2013 im Saarland. Er hat in seiner alten Heimat den Beruf des Mechatronikers gelernt und möchte hier arbeiten. Mit Hilfe des Qualifizierungsagenten bei saar.is, Deji Olusanmi, erlangte er nach mehreren Nachqualifizierungen bei der KFZ-Innung nun die volle Anerkennung seines Berufs und fand kurzfristig eine feste Arbeitsstelle bei Hydac in Sulzbach. Eine Erfolgsgeschichte.

 

Seit 2012 gibt es das BQF-Gesetz. Es besagt, dass deutsche und internationale Ausbildungen vergleichbar sein müssen. Im Normalfall stimmt das deutsche, duale Ausbildungssystem nicht mit dem ausländischen überein. Es fehlen häufig praktische Elemente der Ausbildung. Das Gesetz sieht dann Nachschulungen vor, die zur vollen Gleichwertigkeit führen.

 

Individuelle Qualifizierung sorgt für gleiches Ausbildungsniveau
Die Anforderungen dafür überfordern die Migranten aber häufig. Seit Ende letzten Jahres gibt es deshalb bei saar.is, unter dem Dach des Welcome Centers, den sogenannten Qualifizierungsagenten Deji Olusanmi. Finanziert wird Olusanmis Stelle aus Mitteln des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“. Mit dem Polen Janusz Kubica schloss er gerade den ersten „Fall“ erfolgreich ab. „In Kooperation mit der Handwerkskammer und der KFZ- Innung erstellten wir einen etwa drei Monate andauernden, individuellen Schulungsplan, der ebenso passgenau mit der zuständigen Kammer abgestimmt wird. Dieser ermöglicht es dem betreuten polnischen Facharbeiter mit seinem individuellen Kenntnisstand auf das Niveau eines deutschen Mechatronikers zu gelangen“.

 

Vorteile für Arbeitnehmer und Unternehmen
Elf Migranten werden mittlerweile von Olusanmi betreut. Darunter Spanier, Russen, Afrikaner und auch Syrer. Die Vorteile für ein solches Förderprogramm liegen auf der Hand: Unternehmen erhalten die Sicherheit, mit den zusätzlich geschulten Fachkräften aus dem Ausland, genau die auf sie zugeschnittene Arbeitskraft mit den vorher definierten Fähigkeiten, zu bekommen. Der Migrant im Gegenzug erhält eine passgenaue Zusatzqualifikation sowie bei Bedarf ein zusätzliches, fachspezifisches und modernes Sprachcoaching. Mit Hilfe des Förderprogramms IQ können alle Kosten von den Institutionen in Berlin oder Brüssel übernommen werden. Das Ganze zeitnah, unbürokratisch und ohne großen organisatorischen Aufwand.