Erfindungen aus dem Saarland: Der Pferdeinhalator

20. November 2017


Jörg Schlimmer leitet das Patent-und Markenzentrum Saar (PMZ), das Annahmestelle und offizieller Kooperationspartner des Deutschen Patent- und Markenschutzamtes ist. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich eine Dienstleistung von saaris, die je nach Umfang für Erfinder kostenlos angeboten wird. „Gute Ideengeber kommen mit ihrer Entwicklung zu uns. Nach einem allgemeinen Informationsgespräch recherchieren wir oder der Ideengeber selbst über den Stand der Technik, um die Neuheit der Erfindung festzustellen“, erklärt Jörg Schlimmer das Verfahren. „Es folgen eine technische Beschreibung und Zeichnung der Erfindung. Die Patentansprüche sollten von einem Patentanwalt geklärt werden. Letztendlich wird die Patentanmeldung bei uns eingereicht und wir beginnen dann gemeinsam mit der Verwertung.“

 

Diesen Weg ging auch Stefan Marx aus Beckingen. Seit 30 Jahren lebt er mit seinen Pferden in seinem Heimatort. Eines davon sei hochgradig allergisch auf das Heu im Stall und komme nur mit teuren Medikamenten über den Winter. „Es gibt bereits Inhalationsgeräte auf dem Markt. Diese sind aber sehr teuer und helfen kaum, da der Wirkstoff nicht über die Kehle hinaus in die Lunge gelangt.“ Was tun?

 

Der findige Pferdebesitzer entwickelte gleich mehrere Ideen, wie er seinem langjährigen Gefährten helfen könnte. Die ersten Inhalatoren hatten noch Schwächen. Die letzte Entwicklung brachte den erhofften Durchbruch. Alles was das Pferd zum Inhalieren benötigt, befindet sich in einer Maske, die das Tier über den Kopf gezogen bekommt. So wie unter anderem ein Ultraschallvernebler. „Nur so können die fünf Mykrometer kleinen Tröpfchen der Kochsalzlösung tief in die Lunge gelangen. Das ist dann so, als sei – wie an der Nordsee – das Salz in der Luft“, erklärt Marx. Ein weiterer Vorteil gegenüber den handelsüblichen Geräten: Der Inhalator kann mobil eingesetzt und das Pferd während der Anwendung bewegt werden, im Schritt oder sogar im Trab.

 

Der Erfolg gibt Stefan Marx und seiner Erfindung recht. Seine Tiere und auch andere aus dem Stall sind gesund und leistungsfähiger als bisher, was sich an zahlreichen Wettbewerbsplatzierungen in den letzten Monaten zeigt. Der günstige Preis, die einfache Handhabung, Reinigung sowie Desinfektion sorgen dafür, dass die neue Entwicklung auch schon mehrfach verkauft wurde. Dass die Qualität stimmt, beweist nicht zuletzt die Begeisterung eines Tierarztes, der den Inhalator der tierärztlichen Vereinigung vorstellen möchte.

 

„Die Produktion läuft langsam an“, so Marx, was auch in seinem Sinne ist, denn noch werden die Inhalatoren innerhalb einer guten Stunde Stück für Stück handgemacht. Außerdem hofft der Erfinder auf weitere Optimierungen und Verbesserungen: „Ich suche noch Unternehmen, die Interesse haben, die Maske weiterzuentwickeln, ein anderes Design zu entwerfen und sie professionell herzustellen.“


Ansprechpartner

Jörg Schlimmer

Patente / Schutzrechte

Tel.: 0681 9520-462

Fax.: 0681 583150

E-Mail: joerg.schlimmer@saaris.de

Stefan Marx hat einen neuartigen Pferdeinhalator entwickelt