Eine Reise zum intelligentesten Quadratkilometer Europas

Ein Jahr nach dem Besuch des niederländischen Königspaares an der Saar hat die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, den Gegenbesuch angetreten.

 

7. November 2019


Die saaris-Präsidentin führte eine Delegation von Unternehmern und Wirtschaftsförderern nach Eindhoven. Das Reiseziel passt genau in das Vorhaben von Wirtschaftsministerin Rehlinger, einen „Innovations-Vulkan für das Saarland zu schaffen“. Die Provinz Noord-Brabant und seine „Brainport-Region“ zeigen eindrücklich, dass dies keine Utopie sein muss. Vor ähnlichen Herausforderungen wie das Saarland jetzt, stand bis zur Jahrtausendwende auch die Region Eindhoven, in der fast jeder Ar¬beitsplatz von Philips bzw. dem Lkw-Hersteller DAF abhängig war. Die Region musste sich „neu erfinden“. So entstand die Idee, neben den europäisch bedeutsamen Verkehrsknotenpunkten – dem Seaport Rotterdam und dem Airport Shipol/Amsterdam – den „Brainport“ zu schaffen, den intelligentesten Quadratkilometer Europas, wie sich der High Tech Campus Eindhoven stolz nennt. Ausgangspunkt hierfür war die Forschungsstätte von Philips. Das Unternehmen öffnete 2003 im Rahmen seiner Open-Innovation-Strategie anderen Unternehmen seine Tore und trägt auch heute noch mit seiner Unternehmensstrategie und einem speziellen Start-up-Förderprogramm – dem Philips HealthWorks Global Program – wesentlich zur Entwicklung der gesamten Region bei.

 

Die Gegend rund um Eindhoven nimmt inzwischen innerhalb Europas eine führende Position in den Bereichen Mikroelektronik, Nanoelektronik, Biowissenschaften und Healthcare ein. Mehr als 200 Unternehmen, Start-ups und Institute haben hier ihren Sitz. Mehr als 50.000 Arbeitsplätze sind so in den letzten Jahren entstanden. Allein 12.000 Forscher aus 85 Ländern arbeiten auf dem High Tech Campus, dem Herzstück dieser Region, in der sich Unternehmen wie NXP, ASML, TomTom oder VDL angesiedelt haben.

 

Das Geheimrezept

Übereinstimmend verrieten die Gastgeber von Philips, High Tech Campus, Brainport Industrie Campus und Holst Center der saarländischen Delegation ihr Geheimrezept. Zu den Erfolgsfaktoren gehören die Triple-Helix: die intensive Vernetzung von Unternehmen, Forschung und Politik, die sich in einem starken finanziellen Engagement großer und kleiner Unternehmen ausdrückt. Gemeinsam mit der öffentlichen Verwaltung zahlen diese in einen regionalen Entwicklungsfonds ein, über den in innovative Branchen investiert wird. Hinzu kommt die besondere Art der Zusammenarbeit, wie z. B. Design Thinking und Cross Innovation: In Eindhoven gilt für alle der Grundsatz, dass Probleme besser gelöst werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen in einem kreativen Umfeld zusammenarbeiten. Ein Konzept, das die an der Wirtschaftsreise beteiligten saarländischen Unternehmen ansprach. In Eindhoven erlebten sie, wie Forscher und Unternehmen im Rahmen einer Innovationsgemeinschaft täglich ihre Kenntnisse und Netzwerke teilen, um Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht überzeugend sind.

 

Fazit von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Wir nehmen Anregungen aus anderen Ländern auf und nutzen sie für das Saarland. Die Erfahrungen, die zum Beispiel in den Niederlanden gemacht werden, können uns dabei helfen, effektiver zu sein.“


Die saarländische Delegation zu Besuch in der Brainport-Region, Eindhoven. Vorne v.l. saaris-Geschäftsführer Stephan Schweitzer, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und John Blankendaal