Datenschutz – Arbeitskreis mit zunehmender Relevanz

22. Mai 2017


Mit den ungeahnten Möglichkeiten der digitalen Revolution halten ganz neue Probleme Einzug: Cyberkriminalität und Datenklau und das im großen Stil. Sicher ist: Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Und damit steigen auch die Anforderungen an den Datenschutz. Wolfgang Schütz leitet bei saaris seit mehr als zehn Jahren den Arbeitskreis „Datenschutz und Datensicherheit“. Ihn haben wir gefragt, warum ein solcher Arbeitskreis für Unternehmen heute und zukünftig so wichtig ist.

 

Herr Schütz, was machen Sie beruflich?
Ich arbeite im Konzerndatenschutz eines Großunternehmens und bin in überregionalen Telekommunikations- sowie Datenschutz-Arbeitskreisen vernetzt.

 

Datenschutz wird immer komplexer. Zahlreiche Gesetzesnovellierungen und Ver¬ordnungen sind auf den Weg gebracht. Auf was können sich die Unternehmen einstellen?
Es ist in der Tat so, dass viele gesetzliche Regelungen und Aktualisierungen anstehen. Hier brauchen gerade Unternehmen ein umfangreiches Fachwissen, um den Überblick zu behalten. Mit der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung ab Mai 2018 drohen Unternehmen Bußgelder von bis zu 20 Mio. Euro oder bis vier Prozent vom weltweit erzielten Vorjahresgesamtumsatz bei Datenschutzverstößen. Es gibt keine Übergangszeiten. Vorbeugen ist also auf jeden Fall besser als heilen. Außerdem: Sensibilisierte Mitarbeiter sehen den Datenschutz im Fokus ihrer Tätigkeit und wissen, was beispielsweise bei Datenschutzbeschwerden zu tun ist.

 

Wie können Unternehmen vorbeugen?
Eine Möglichkeit ist der Arbeitskreis „Datenschutz und Datensicherheit“ bei saaris. Mit diesem Angebot wird eine Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen den IT-, Datenschutzverantwortlichen und -beauftragten aus Unternehmen, Kommunen und Behörden in der Region geschaffen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Themen Datenschutz und -sicherheit zu schärfen und praxisnahe Lösungswege für Frage- und Problemstellungen aufzuzeigen. Jedes Unternehmen kann bis zu vier Mitglieder für den Arbeitskreis benennen.

 

Warum ist der Kontakt zu den Behörden ein so relevantes Thema?
Behörden sind in diesem Fall sowohl Berater als auch Aufseher. In Kooperation mit ihnen und mit dem Wissen, wie sie welches Gesetz interpretieren (z. B. in Orientierungshilfen), können meiner Erfahrung nach für nahezu jedes Datenschutz-Thema Lösungen gefunden werden.

 

Wie läuft so ein Nachmittag im Arbeitskreis ab?
Wir starten mit einem „Datenschutz-Blitzlicht“ zu aktuellen Themen. Das können Cloud-Computing, neue Gesetze oder IT-Sicherheitsvorfälle sein. Dazu werden Hauptthemen referiert, die von den Mitgliedern gewünscht wurden. Wenn ein Unternehmen ein spezielles Datenschutzproblem hat, greifen wir dieses auf und versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden. Davon profitieren alle. Besonders gut kommen die Ausflüge in die Praxis an.

 

Zum Beispiel?
Wir, das heißt die Teilnehmer des Arbeitskreises, die aus den unterschiedlichsten Branchen kommen, informieren uns auch Vor-Ort u. a. über die individuelle Umsetzung von Datenschutz und -sicherheit in Rechenzentren oder Unternehmen und lernen das „Doing“ und die Umsetzung in der Praxis kennen.

 

 

Bild:

AK-Vor-Ort im Rechenzentrum Saar1 der VSE NET GmbH. 3. v.l. in der vorderen Reihe: Arbeitskreisleiter Wolfgang Schütz.


Ansprechpartner

Anja Schönberger

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