Big Data, KI und Plattformen: Unverzichtbar in der digitalen Arbeitswelt

Unternehmen und Märkte stehen vor großen Umbrüchen. Etablierte Betriebe müssen an neuen Geschäftsmodellen arbeiten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten zu können. saaris unterstützt sie dabei. Mit an Bord sind Experten wie Markus Thomas Münter, Professor für Volkswirtschaftslehre an der htw saar. Mit ihm sprachen wir über die 4. industrielle Revolution und wie Unternehmen sich darauf vorbereiten können.

 

2. Januar 2020


Herr Prof. Münter, Sie schauen positiv in die Zukunft, was macht Sie so optimistisch?

Wir stehen vor der vierten großen Revolution. Die drei bisherigen brachten weltweit höhere Einkommen und Beschäftigungsquoten, außerdem eine Vereinfachung des Lebens. Kurz, ein Anstieg der Lebensqualität. Ich bin zuversichtlich, dass dies auch für die vierte Revolution zutrifft.

 

Wie verläuft diese nächste Revolution?

Sie verläuft nach unseren Forschungsergebnissen in zwei Wellen. Die erste liegt bald hinter uns und betraf die Digitalisierung. Sie war optional, eine Möglichkeit. Unternehmen, die sich ihr anschlossen, haben heute Wettbewerbsvorteile. Überleben konnten aber fast alle. Das wird sich im Laufe der zweiten Welle ändern. Es kommen Künstliche Intelligenz, Plattformen und Big Data mit ins Spiel. Nur wer sich jetzt konsequent umstellt, kann diese zweite Welle erfolgreich überleben.

 

Reicht es, das Thema Digitalisierung jetzt anzugehen?

Nein, es geht längst nicht mehr nur um Digitalisierung. Diese ist nur ein Instrument, mit dem gearbeitet wird. Es geht um eine komplett neue Arbeitsweise. Unternehmen, wie wir sie heute kennen, wird es langfristig nicht mehr geben. Bestehende Hierarchien und Beziehungen werden sich auflösen. Langfristig überleben komplett neue Ökosysteme und Netzwerke, die etablierte Organisationen ersetzen werden.

 

Können Sie ein Beispiel nennen?

In der Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten wird es beispielsweise keine Bindungen oder Verträge mehr geben. Mitarbeiter für kleinste Arbeitseinheiten und Großaufträge werden über Algorithmen von Plattformen wie LinkedIn gefunden werden. Man findet sich, arbeitet projekthaft und situativ zusammen und trennt sich wieder. Viele Unternehmen haben das bereits verstanden und bereiten sich intensiv darauf vor. Dieser Prozess muss Chefsache sein, denn bestehende Prozesse, Strukturen und Routinen verändern sich drastisch.

 

Haben Sie ein Erfolgsrezept?

Wichtig ist, dass Unternehmen verstehen, dass die Impulse und Inspirationen von außen kommen müssen. Für den Mittelstand ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, neben dem Tagesgeschäft solche neuen Geschäftsmodelle zu finden. Falsch ist auch, einen einzelnen Mitarbeiter für dieses Thema abzustellen, wie es heute häufig der Fall ist. Studenten, Digital Natives, Professoren: Sie sitzen am Puls der Zeit. Sie wissen, was technologisch möglich ist.

 

Wie kann das konkret für ein Unternehmen aussehen?

Gemeinsamer Austausch, Kooperationen mit Hochschulen oder Startups, die ohne Hierarchien und damit flexibel und agil arbeiten können, sind für etablierte Unternehmen nicht einfach, aber essentiell. Hier treffen sich zwei Welten, die eigentlich nicht zusammenpassen. Sie müssen sich aber finden und diesen Weg gemeinsam gehen – alleine wird es nicht funktionieren.

 

Veränderungskultur als wichtiger Faktor im Wandel der Arbeitswelt

Die von Prof. Dr. Markus Thomas Münter angesprochene Veränderungsdynamik innerhalb der Wirtschaftssysteme ist radikal und umfassend. Wir als saaris greifen diese Aspekte auf und unterstützen die Unternehmen dabei, sich neben technologischen Weiterentwicklungen auch dem Thema der Unternehmenskultur zuzuwenden. Die Bereitschaft, sich auf neue Spielregeln an den Märkten einzulassen und dabei gleichzeitig die Mitarbeiter mitzunehmen, ist für uns ein zentraler Faktor für mehr Zukunftsfähigkeit im saarländischen Mittelstand. Arbeitswelt der Zukunft bedeutet für uns im Sinne der Arbeitgeberattraktivität auch mehr Sinn für Familienfreundlichkeit und Nachhaltigkeit im Unternehmen. Im Dezember haben wir auf unserem Next Economy Panel Saar demonstriert, welche Möglichkeiten agile Arbeitsweisen in Kombination mit einer nachhaltigen Unternehmenskultur bieten. Dabei waren Studenten, Professoren und Unternehmer im interaktiven Austausch.


Ansprechpartner

Pascal Thome

Gesellschaftliches Unternehmensengagement

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