Automatisierung: Leitfaden für den industriellen Werkzeugbau

5. Februar 2018


Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT untersuchte mit der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie in seiner Studie »Erfolgreich Automatisieren im Werkzeugbau« den Automatisierungsgrad der Fertigung des deutschen Werkzeugbaus. Anhand einer Auswahl von Werkzeugbaubetrieben bietet die Studie einen Einblick in ihre Fertigungsstrukturen und vermittelt eine unternehmensinterne Sicht auf den Einsatz von Automatisierungslösungen. Die Wissenschaftler analysierten die Potenziale, den Nutzen und die Hindernisse der Automatisierung für die Branche. Sie zeigen, dass für den Werkzeugbau noch Handlungsbedarf besteht und geben Handlungsempfehlungen für zukünftige Automatisierungsprojekte.

 

Der Trend zeigt, dass der deutsche Werkzeugbau die Automation seiner Prozesse bereits in Angriff genommen hat. Die Hälfte der befragten Unternehmen setzt seit mehr als fünf Jahren auf die Automatisierung in der Fertigung. Gleichzeitig verfolgen sieben von zehn befragten Unternehmen Automatisierungsprojekte. Allerdings macht die Studie deutlich, dass in vielen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht: Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, muss sich der Werkzeugbau aus seiner Tradition als meist handwerklich orientiertes Gewerbe hin zu einer industriellen Produktion weiterentwickeln.

 

Individuell angepasste Automatisierungskonzepte können dem Werkzeugbau hier sehr helfen. Darüber, welche Vorteile eine Automation mit sich bringt, sind sich die Betriebe einig: Sie erhöht die Produktivität und verkürzt die Durchlaufzeiten. Die erforderlichen hohen Investitionskosten offenbaren hingegen für alle Befragten den größten Nachteil.

 

Anhand eines Fragebogens befragte das Fraunhofer IPT zehn ausgewählte Betriebe sowohl des internen als auch externen Werkzeugbaus, die im Zulieferergeschäft wie der Automobil- oder Kunststoffindustrie tätig sind. Von den befragten Betrieben beschäftigen 80 Prozent mehr als 100 Mitarbeiter. Eine weitere Datenquelle der Studie bildet die gemeinsame Werkzeugbaudatenbank des Fraunhofer IPT und des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH Aachen mit mehr als 1000 Benchmarking-Datensätzen, die nicht älter als 5 Jahre sind. Hierdurch konnte die Branche ganzheitlich abgebildet werden.

 

Weitere Informationen auf http://idw-online.de/de/news688127.