Argentiniens Regierung zeichnet Saarbrücker Materialforscher aus

14. Februar 2018


Die Regierung von Argentinien hat erkannt, dass es nicht immer ein Verlust sein muss, wenn Akademiker ihr Heimatland verlassen. Voraussetzung ist allerdings, dass sich diese auch im Ausland an ihre Wurzeln erinnern und aus der Ferne der Heimat helfen. Nach „Raices“, dem spanischem Wort für Wurzeln, wurde daher auch der Preis benannt, mit dem jetzt der Materialwissenschaftler Flavio Soldera von der Universität des Saarlandes ausgezeichnet wurde. Der gebürtige Argentinier hat die Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT) an der Saar-Uni aufgebaut und seither vielen Studenten und Wissenschaftlern aus Argentinien und anderen fernen Ländern einen Aufenthalt in Saarbrücken ermöglicht.

 

Als Flavio Soldera als Doktorand an die Universität des Saarlandes kam, wollte er nur drei Jahre bleiben. Mittlerweile wurden 20 Jahre daraus, in denen der Materialwissenschaftler ein weltweites Netzwerk für die Saar-Uni aufgebaut hat. Schon während seiner Promotion bei Professor Frank Mücklich half er mit, millionenschwere Fördergelder der Europäischen Union für das Masterprogramm „Amase“ einzuwerben. Mittlerweile wird dieser internationale Studiengang schon zum dritten Mal im Rahmen des Erasmus Mundus-Programm unterstützt. Neben der Saar-Uni sind daran drei Universitäten in Frankreich, Spanien und Schweden beteiligt. „Jeder Student muss an zwei der vier Partneruniversitäten studieren und dort auch die Landessprache lernen. Das Programm steht nicht nur Europäern, sondern Studenten aus der ganzen Welt offen, damit sie fachlich auf einem hohen Niveau ausgebildet werden und zugleich die kulturellen Unterschiede in Europa kennenlernen“, sagt Flavio Soldera.

 

Zwei internationale Bachelor-Studiengängen mit Frankreich und den USA sowie das Amase-Masterprogramm wurden zur Keimzelle der Europäischen Schule für Materialforschung, die Professor Mücklich im Jahr 2008 gegründet hat. Dieses Netzwerk, das weit über die Grenzen Europas hinausreicht, hat Flavio Soldera von Beginn an koordiniert. Seine guten Kontakte in die Hochschullandschaft von Argentinien konnte er über die Jahre auf den gesamten amerikanischen Kontinent ausweiten. „Den ESA-Astronauten Matthias Maurer, der hier an der Saar-Uni Materialwissenschaft studiert hat, kannte ich schon von seinem Besuch an meiner Heimatuniversität in Argentinien. Er hat uns dabei unterstützt, die Weichen zu stellen, um begabte Studenten und Forscher aus Südamerika nach Saarbrücken zu holen“, erläutert Soldera.

 

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