9. BIM-Fachtagung: „Digitales Bauen“: Erfolgsversprechende Zukunft mit IoT plus BIM

Objektorientierte Bauwerksmodelle (BIM) sind heute bereits die Basis für Planung und Bau von Bauwerken. Im Rahmen der 9. BIM-Fachtagung ging es um das BIM-Modell als Datengrundlage für das vernetzte Gebäude, das mit Sensorik (IoT) vernetzt ist.

 

21. Mai 2021


Das Internet der Dinge (IoT) kommt aus dem IT-Bereich und bedeutet, dass Alltagsgegenstände über das Internet miteinander vernetzt sind. Sie sind mit kleinen Chips, Sensoren, Datenspeichern oder Softwaresystemen ausgestattet. Diese ermöglichen einen Datenaustausch mit einem oder mehreren anderen Objekten. Die Anzahl der Dinge, die mit dem Internet verbunden sind, steigt immer weiter an: Bereits heute sind durchschnittlich 15 Geräte pro Person über das Internet gesteuert und es werden täglich mehr. Eine Anwendung ist das „smart home“. Beim Smart Home ist die Digitalisierung und Vernetzung intelligenter Geräte im eigenen Zuhause gemeint. Beim Smart Building handelt es sich um die Digitalisierung von ganzen Gebäuden. In einer Smart City werden moderne Technologien aus den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung und Kommunikation so miteinander vernetzt, dass sich die Lebensqualität für die Bewohner steigert. Gleichzeitig profitiert die Nachhaltigkeit der Stadt. „Versteht man die Mechanismen einer smarten vernetzten Stadt, kann man diese auch herunterbrechen auf einzelne Gebäude. Es geht auch dort um nachhaltige Energie- und Ressourcennutzung“, so der Referent der saaris- BIM-Fachtagung Dr. Jan-Philipp Exner von der ZENNER International GmbH & Co. KG aus Saarbrücken.

BIM und IoT bilden gemeinsam die digitale Revolution bei Bau und Betrieb


Was haben IoT, das Internet of Things, und BIM gemeinsam? „Es geht darum, Menschen mit Menschen, Bauteile mit Menschen und Bauteile mit Bauteilen zu vernetzen und deren Kommunikation zu organisieren. Dabei bildet das BIM-Modell die Datengrundlage. Wenn diese zwei Datenmodelle – BIM-Modell und IoT-Modell -fest miteinander verknüpft sind, ist die Datenauswertung und die Ergebnisbewertung möglich. Ein großer Mehrwert für die Wertschöpfungskette Bau“, so Dr. Thomas Siemer, Leiter Digitales Bauen und bim.saarland bei der saaris.

Zusammen bilden sie DIE digitale Revolution mit neuen Möglichkeiten im Bau- und Betriebswesen. Der Stadtplaner Dr. Jan-Philipp Exner präsentierte in seinem Vortrag bei der virtuellen 9. BIM-Fachtagung beide Technologien und informierte die Teilnehmer*innen über Möglichkeiten und Anwendungsgebiete. Er unterschied vier Ebenen in der vernetzten Umwelt: Die Sensorik und damit die Datenerfassung, die Kommunikation, bei der die Daten transportiert und ausgewertet werden, die Speicherung der Daten, die Datendienste, sowie die Anwendungsebene wie beispielsweise Plattformen oder Dashboards. Alle Ebenen stehen diesbezüglich in Wechselbeziehungen. Bei den offenen Fragen, die derzeit im Bereich IoT noch zu lösen sind, geht es um Datenschutz und Schnittstellenmanagement. Dazu benötigt es Kooperationen zwischen Herstellern und Anwendern.

„BIM verändert, WIE geplant, gebaut und betrieben wird, IoT verändert, WAS geplant, gebaut und betrieben wird“


Wie kommen IoT und BIM nun zusammen? „BIM verändert, WIE geplant, gebaut und betrieben wird, IoT verändert, WAS geplant, gebaut und betrieben wird“, bringt es der Experte auf den Punkt. Während es sich bei ersterem um physische Objekte handelt, entsteht beim BIM-Modell ein digitales virtuelles Abbild, der digitale Zwilling. Beide sind verbunden über zielgerichtete Schnittstellen. Beide speichern Daten, die sowohl Gebäude Basis-Dienste wie Energieversorgung, Energie- und Facility Management als auch Service und Komfortdienste bedienen. Hier entstehen neue Geschäftsfelder. Die Anwendungen sind vielseitig. Gebäudesensorik - auch in der Forschung und Entwicklung -, Gebäudebewirtschaftung und Liegenschaftsmanagement, die Überwachung der Produktion, Produktionsmanagement, um nur einige zu nennen.


Auch an dieser Stelle verlässt BIM das Bauwerk und beschäftigt sich mit den Maschinen und Anlagen im Bauwerk selbst. Produktionstechnik, Wartung, Instandsetzung, Funktionsweise, mögliche Störungen im Betrieb mit Ursachenforschung sind wichtige Themen.

Werkzeugkasten „ELEMENT“


In seiner Präsentation beleuchtete der Stadtplaner Jan-Philipp Exner auch die IoT Lösung für Kommunikation und Datenaustausch im Gebäudebetrieb von ZENNER: Als branchenneutrale Plattform sei ELEMENT der Werkzeugkasten zur Abbildung aller IoT Anwendungsfälle. Die Saarbrücker ZENNER GmbH & Co. KG. wurde bereits 1903 als Zählerwerkstatt in Saarbrücken gegründet. Jahrzehnte bekannt als Hersteller von Mess- und Systemtechnik ist das Unternehmen seit 2016 IoT-Lösungsanbieter und Partner für Stadtwerke, Energieversorgungsunternehmen und Kommunen im Kontext Digitalisierung. Ein gutes Beispiel, wie ein Unternehmen ganz neue Geschäftsmodelle für sich entdeckt und etabliert. BIM bietet dazu viele Möglichkeiten.

Kostenfreie Beratung und Unterstützung durch saaris


Initiator und Organisator der BIM-Fachtagungen, Dr.-Ing. Thomas Siemer, informierte über die kostenfreien saaris-Beratungsleistungen im Zusammenhang mit BIM und Digitalem Bauen. Gedacht zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit von KMU. Er führte aus: „Intelligente Plattformen mit Services haben einen großen Mehrwert. Nutzen Sie gerne die saaris-Angebote. Ich freue mich, dass wir mit der IHK, der HWK, dem VDI, der Architektenkammer, der Ingenieurkammer und aktuell zuletzt mit dem AGV Bau Saar viele einflussreiche und erfolgreiche Vertreter der saarländischen Bauwirtschaft als Partner gewinnen konnten. Mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw) steht ein wichtiger Partner für die Aus- und Weiterbildung zur Verfügung. Unmittelbar nach der Fachtagung hat sich ein saarländisches Unternehmen bei mir gemeldet, weil es die Anwendbarkeit der in der Tagung vorgestellten smart building tools für sich konkret prüfen möchte. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Technologietransfer gelingt. Genau darum geht es mir.“


Übrigens findet die 10. BIM-Fachtagung mit einem Praxis-Projekt aus dem Baugeschehen und saarländischer Beteiligung am 17.6.2021 statt. Melden Sie sich gerne wie gewohnt auf www.saaris.de/Termine/Veranstaltungen


Ansprechpartner

Dr.-Ing. Thomas Siemer

Digitales Bauen, bim.saarland und Building Information Modeling

Tel.: 0681 9520-459

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: thomas.siemer@saaris.de 

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