3D-Bildgebung - Gegenwart und Zukunft bildgebender Verfahren in der Medizin

19. Februar 2016


Die bildgebende Medizin gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Zeit also, sich über neueste Entwicklungen auf diesem Gebiet zu informieren. Wo steht die Bildgebung in der Medizin heute? Wann ist die hochauflösende 4K-Technologie aus der 3D-Bildgebung nicht wegzudenken. Dies war Gegenstand einer saar.is-Veranstaltung in der Reihe "Technologische Trends".

 

Anliegen von saar.is ist es, einen steten Ideen- und Know-how-Transfer zur Sicherung der Technologie-Entwicklung in den saarländischen Unternehmen anzuregen. Das saar.is-Netzwerk healthcare.saarland hat sowohl Unternehmen als auch Forschungseinrichtungen und Anwender eingeladen, um über die Frage zu diskutieren, an welchen Stellen der Prozesskette es Möglichkeiten gibt, am Wachstumsmarkt der bildgebenden Medizin teilzuhaben. Die Resonanz der zahlreich erschienenen Teilnehmer auf die anspruchsvollen Vorträge zeigt, dass das Thema in der Branche angekommen ist.

 

Bildgebende Verfahren erfuhren in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung: Von CAD-Aufnahmen über 3D bis hin zu realitätsnahen Simulationen. Die Healthcare-Branche orientierte sich dabei an der Automobilindustrie: Variantenvielfalt, reduzierte Kosten, Patientensicherheit, Dokumentation und Tests neuer OP- und Diagnoseverfahren sind Vorteile, die überzeugen. 3D ist die Zukunft. Das Gefühl, mitten im Bild zu stehen, kann dem Betrachter bereits heute vermittelt werden. Möglich sind auch berührungslose Steuerungen oder Maßstäbe von 1:1 und größer. Die großen Mengen an Daten, die für solche Zukunftstechnologien notwendig sind, werden aus CT- und MRT-Aufnahmen gewonnen und umgewandelt. Wie genau sieht die Zukunft dieser Technologie aus? „Immer mehr digitale 3D-Daten und zunehmend bessere Displaysysteme erlauben weitere und genauere Einzelheiten“. Die entsprechenden Technologien für das große Ziel Telemedizin seien vorhanden, ist sich DFKI-Mitarbeiter Dr. Hilko Hoffmann sicher: „Das Saarland mit seiner hervorragenden Medizin und der renommierten Informatik könnten hier weltweit führend werden“.

 

4D ist im Kommen: In Echtzeit können räumliche Darstellungen aufgenommen und wieder abgespielt werden
Beate Bierotte, Mitarbeiterin der GE Healthcare geht noch weiter. Sie stellt eine neue Ära der Ultraschalltechnik im kardiologischen Bereich vor: ein 4D-Echokardiographensystem. „Länge, Breite, Tiefe und Zeit sind die vier Dimensionen, die zukünftig relevant sein werden. In Echtzeit können räumliche Darstellungen aufgenommen und wieder abgespielt werden“. Während 3D die Möglichkeit biete, in eine Struktur zu schauen, sei es bei 4D möglich, von außen auf die Struktur zu schauen, um eine komplette kardiale Übersicht zu erhalten. Ein identifizierter Bereich könne dann heraus gezoomt und mit Hilfe räumlicher Sicht analysiert werden. Zusätzlich sorgen Farben für Plastizität und damit eine bessere Vorstellungskraft beim Betrachter. „Solche Techniken bieten Möglichkeiten komplexer Diagnosen und Analysen“, weiß die Spezialistin der Ultraschall-Kardiologie, die Interessenten auch anbietet, die neue 4D-Technologie in den eigenen Räumen zu testen.

 

3D-Bilder im Operationssaal gelten als technischer Quantensprung bei Diagnose und Risiko
Hochauflösende Bilder liefern dem Arzt ganz exakte, aussagekräftige Untersuchungsergebnisse. Und eine deutlich verbesserte Grundlage für die Entscheidung, wie die Operation fortzuführen ist   später kann der Eingriff beim Patienten schonend, minimalinvasiv, also so gering wie möglich, erfolgen. Oder welche Therapie für den Patienten die Beste ist. Am Ende steht eine individuelle personalisierte Therapieempfehlung. Die Qualität und die Effizienz der Patientenversorgung werden nachhaltig verbessert.

 

Diese moderne Technik ist natürlich nicht von heute auf morgen entstanden, sondern ist das Ergebnis hochkarätiger langjähriger Erfahrung, stetiger Technologie-Entwicklung und dem richtig gesteuerten Transfer von der Idee bis zur Produktreife. Der stetige Ideen- und Know-how-Transfer sorgt darüber hinaus dafür, dass die Technologie-Entwicklung nie stillsteht. In ein paar Jahren wird es neue Verfahren geben, die wir heute vielleicht noch für eine Illusion halten. Dafür müssen unterschiedliche Berufsgruppen der Ärzteschaft, den Materialwissenschaften, der Medizintechnik, dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, der IT Hand in Hand zusammen arbeiten. Die dafür notwendige Plattform bietet die saar.is mit dem Netzwerk „healthcare.saarland“ für das Saarland an und unterstützt die Forschung und die Unternehmen bei der Gründung von Netzwerken, mit Fördermaßnahmen, mit Informationsaustausch und mit vielfältigen Beratungsangeboten.

 

 

Kontakt:
Dr. Thomas Siemer
healthcare.saarland
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E-Mail: thomas.siemer@saar-is.de