Saarbrücken: ESA auf Partnersuche bei innovativen KMU

6. November 2017


Eine Kooperation mit der ESA bedeutet für Unternehmen Renommee, aber auch großen Aufwand. In einem Workshop machten drei führenden ESA-Mitarbeitern auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Mut, sich für eine Zusammenarbeit zu bewerben. Die Europäische Raumfahrt benötige Partner aus den unterschiedlichsten Bereichen. Organisiert wurde der Workshop von Regionalverband Saarbrücken, saaris und Eurodistrict SaarMoselle.

 

Das Interesse an einer Zusammenarbeit mit der European Space Agency, kurz ESA, ist groß. Zahlreiche Unternehmen besuchten den Workshop „How to do business with ESA?“ am Saarbrücker Schlossplatz. Ziel der Veranstaltung war es, das vereinfachte Regelwerk bei ESA-Aufträgen kennenzulernen und damit eventuelle Berührungsängste mit der europäischen Weltraumorganisation abzubauen.

 

Peter Raber von der Meta-Level Software AG, Saarbrücken, und Jochen Müller von TNM Software GmbH, Sulzbach, machten bereits erste Erfahrungen mit aufwändigen Registrierungen und Partnersuchen und hoffen auf die angekündigten Vereinfachungen. Silke Gwitzdek und Jan Zipfler von der consistec Engineering & Consulting GmbH, Saarbrücken, waren das erste Mal dabei und interessierten sich für umfassende Informationen darüber, wie man als KMU Aufträge von der ESA erhalten kann. Ausführlich, transparent und in einfachen Worten präsentierten Jens Kauffmann, Leiter Büro KMU-Angelegenheiten, und Dr. Karl Eisermann, Leiter Vertragsabteilung Trägerraketen, beide von der ESA-Zentrale in Paris, die neue industriepolitische Strategie der Europäischen Raumfahrtagentur sowie die Vorgehensweise der dortigen Auftragsvergabe. Über „Das Erdbeobachtungsprogramm der ESA und Chancen für Unter¬nehmen“ referierte danach Dr. Pascal Gilles, Programmdirektion Erd-und Umweltbeobachtung der ESA in Rom.

 

 „KMU sind für die ESA wichtig“, so Jens Kauffmann in seinem Vortrag. „Über 2.000 kleine und mittlere Unternehmen sind bei der ESA registriert, mit 891 bestehen Verträge.“ Die Vergabe zeige, dass 26 % der Aufträge, hauptsächlich in den Bereichen Erdbeobachtung, Telekommunikation und Wissenschaft an KMU gingen. „Neue Technologien in den zukunftsorientierten Bereichen der Materialwissenschaften und IT bzw. der raumfahrtbasierten Anwendungen sorgen dafür, dass viele kleinere Unternehmen in den verschiedenen Programmen erfolgreich mitwirken.“

 

Die ESA vergibt jährlich Aufträge von über fünf Mrd. Euro für vielfältige Produkte und Dienstleistungen. In der Großregion sieht Kauffmann viel Potenzial für kleine Firmen. Als KMU-freundliche Agentur unterstützt die ESA diese mit unterschiedlichen Instrumenten. So gibt es Kurse zu den Themen Schutzrechte, Standards oder Angebotserstellung. Business-to-Business-Events und öffentliche Datenbanken zum Austausch und Netzwerken sowie Garantien von Abschlagszahlungen bis zu 35 % des Vertragswertes sollen es den kleineren Unternehmen ebenfalls einfacher machen, zu kooperieren.

 

In seinem Schlusswort betonte auch Regionalverbandsdirektor Peter Gillo die Wichtigkeit, an dem Prozess mit der ESA weiterzuarbeiten: „Es herrscht in der Bevölkerung, in der Wissenschaft und der Wirtschaft großes Interesse am Thema Raumfahrt. Gleichzeitig gibt es unendlich viele Möglichkeiten für Forschung und Unternehmen. Deshalb sollten wir die Vernetzung und Kontakte in der Region weiter ausbauen und fördern.“ Eine zusätzliche Möglichkeit auch, sich als Saarland und Großregion wirtschaftlich zu positionieren.


Ansprechpartner

Mirjam Altmeier-Koletzki

Regionalverband Saarbrücken

Tel.: 0681 506-6043

E-Mail: mirjam.altmeier-koletzki@rvsbr.de