InnovationsZentrum am INM hilft Saar-Firmen bei ihren Entwicklungen

13. November 2017


Am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken entwickeln weltweit führende Wissenschaftler neue Materialien und Prozesse. Hiervon soll auch die saarländische Wirtschaft profitieren. Wie, das fragten wir den Leiter des InnovationsZentrums, Dr. Peter William de Oliveira.

 

Herr de Oliveira, Sie waren gemeinsam mit saaris auf der IAA und stellten dort ihre neuesten Entwicklungen vor. Welche waren das?
Wir präsentierten doppelfunktionale Beschichtungen für Fahrzeugteile wie Felgen, Bremssättel oder Auspuffrohre, die sowohl dekorativ sind als auch vor Korrosion, Verschleiß, Anlaufen oder Zerkratzen schützen. Zudem stellten wir sogenannte Doppelschichtkondensatoren auf Kohlenstoffbasis aus, die beispielsweise der Effizienzsteigerung für die Batterietechnik in E-und Hybrid-Fahrzeugen dienen. Diese speichern Energie rein physikalisch. Das ist eine deutliche Abgrenzung von stofflicher oder chemischer Energiespeicherung bei Brennstoffzellen oder Batterien.

 

Seit Kurzem bietet das InnovationsZentrum INM saarländischen Unternehmen Zugang zu seinen Ergebnissen, Kompetenzen und Möglichkeiten. Welche Firmen können davon profitieren?
Durch die vielfältigen Anwendungsbereiche der im INM entwickelten Materialien und Prozesse können wir viele unterschiedliche Unternehmen ansprechen. Das InnovationsZentrum konzentriert sich derzeit hauptsächlich auf unterschiedlichste Möglichkeiten zur Oberflächenfunktionalisierung sowie das Upscaling von Beschichtungsverfahren. Beispiele sind Beschichtungen gegen Korrosion, Ablagerung von Bakterien und Viren oder gegen Verkratzen. Ein weiterer Schwerpunkt des InnovationsZentrums liegt auf der Entwicklung von neuartigen, umweltschonenderen und kostengünstigeren Verfahren zur Herstellung von transparenten und gleichzeitig leitfähigen Elektroden, wie sie unter anderem in Touchscreens benötigt werden.

 

Mit welchen Anforderungen und Zielen sollten die Unternehmen zu Ihnen kommen?
Eine gute Grundlage könnte beispielsweise die Anforderung für eine neuartige Beschichtung bei einem neuen Produkt sein. Auch bestehende Probleme wie etwa frühzeitige Abnutzungserscheinungen bei Werkzeugen sind denkbar.

 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Kooperation mit Ihnen?
Ideal ist es, wenn die Unternehmen früh mit ihren Ideen an uns herantreten, so dass wir gemeinsam mit unserem interdisziplinären Team über mögliche Lösungswege diskutieren können und dann auch genug Zeit haben, die Lösungsansätze innerhalb eines Projektes umzusetzen.

 

Was können Sie für die Unternehmen tun?
Wir können helfen, konkrete Probleme, zum Beispiel in der Fertigung, zu verstehen, und dafür Lösungen zu finden. Außerdem ist es uns möglich, mittels unserer Technologie Produkte zu veredeln und den Unternehmen hiermit gegebenenfalls strategische Vorteile zu verschaffen.

 

Inwieweit können auch die kleinen und mittleren Betriebe profitieren?
Gerade diese Betriebe können oft keine eigene Forschungs-und Entwicklungsabteilung vorhalten. Hier können wir „einspringen“ und bis zur Pilotphase ganz zielgerichtet unterstützen.

 

Sind die Angebote an bestimmte Branchen oder Bedingungen geknüpft?
Wir sind durch die Forschung und Entwicklung im Querschnittsbereich der Materialwissenschaften nicht an bestimmte Branchen gebunden. Anwendungsbereiche unserer Technologien gibt es in Bereichen wie Automotive, Hygiene im Krankenhaus, Korrosionsschutz im Schiffsbau, Verschleißschutz für Werkzeuge und viele andere.


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Presse / Redaktion

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