Ein Gesetz, das wirkt: 5 Jahre Anerkennungsgesetz im Saarland

8. Januar 2018


2012 verabschiedete das Saarland als erstes Flächenbundesland ein berufliches Anerkennungsgesetz. Zuvor hatte der Bund bereits ein Berufsanerkennungsgesetz vorgelegt. Die Grundidee, mehr ausländische Fachkräfte für den saarländischen Arbeitsmarkt zu gewinnen, geht auf. Das unter dem Dach von saaris agierende Welcome Center begleitet den Weg der beruflichen Anerkennung durch Beratungs-und Unterstützungsangebote. Die Förderung durch das IQ-Netzwerk macht dies möglich.

 

Ein erfolgreiches Gesetz feierte mit einer Veranstaltung, die Bilanz zog, Geburtstag. Die Anerkennung beruflicher Qualifikationen aus dem Ausland leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Migrantinnen und Migranten in den saarländischen Arbeitsmarkt und zur Fachkräftegewinnung. Überzeugende Zahlen erhielten die Teilnehmer der Jubiläumsfeier vom Bund: „Das Anerkennungsgesetz wirkt. Ein Großteil der Qualifikationen konnte in den letzten fünf Jahren, teilweise nach zusätzlicher Weiterbildung, anerkannt werden“, so Leonie Tillmanns, Referentin vom Bundesinstitut für Berufsbildung BiBB. 72 Prozent der Antragsteller hätten nach der erfolgreichen Anerkennung bessere Jobs, das Einkommen könne um bis zu 1.000 Euro pro Monat steigen. Investitionen in Anerkennung ermöglichten somit den Übergang in sozialversicherungspflichtige und qualifikationsadäquate Beschäftigungen. Besonders erfolgreich sind solche Investitionen dann, wenn Betriebe den Mehrwert für sich erkennen und sich dafür engagieren. So wie bei dem Bauingenieur Suhil Khatko, der die Anerkennungsberatung von saaris erhielt und heute als Sachverständiger für Brandschutz tätig ist.

 

Die Festredner waren sich einig: Das Anerkennungsgesetz war notwendig und ist auch für die Zukunft wichtig. Dankbar sind auch die Kommunen, die mit dem Gesetz, dem IQ-Netzwerk, übersichtlichen Webseiten, mobiler Anerkennungsberatung und Leitlinien zur Anerkennung, mitentwickelt von saaris, praktische Hilfen in ihrem Arbeitsalltag erhalten.

 

 

 

FRAGEN AN DIE MINISTERPRÄSIDENTIN

 

Am Rande der Veranstaltung sprachen wir mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer:

 

Kann die Zuwanderung aus dem Ausland einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Saarland leisten?
Wenn der zunehmende Fachkräftebedarf auch nicht gänzlich aus dem Ausland gedeckt werden kann, so ist eine gezielte Zuwanderung von qualifizierten Kräften ganz sicher notwendig.

 

Seit 2012 haben wir im Bund und im Saarland Gesetze für die Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen. Welche Rolle spielen diese bei der beruflichen Integration von Migranten?
Da die gesellschaftliche Integration maßgeblich über die berufliche Integration läuft, waren diese Gesetze längst überfällig.

 

Welche Bedeutung hat die bei saaris angesiedelte „Servicestelle zur Erschließung ausländischer Qualifikationen“ im Prozess der Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen?
Sie hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass dem Saarland eine bundesweit vorbildliche Bewältigung des Flüchtlingszustroms gelungen ist.


Ansprechpartner

Christoph Klos

Welcome Manager

Tel.: 0681 9520-457

Fax.: 0681 5846125

E-Mail: christoph.klos@saaris.de

Suhil Khatko, Mitte, erzählt von seinem Integrationsprozess und den Vorteilen des Anerkennungsgesetzes. Links im Bild: Wolfgang Vogt (IQ Netzwerk), rechts: Christoph Klos (saaris)

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